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„Alle Arbeiter sind durch die rostenden Banknoten vom Lohnarbeiter zu selbständigen Handwerkern geworden.“
Nervus rerum (1891), in: Band 1, S. 110.
„Das Recht auf Arbeit würde dahin führen, dass der Staat Arbeiten machen ließe, welche von niemandem verlangt werden. Die Münzreform sichert Jedem Arbeit; solange eine rostende Banknote im Umlauf ist, ist auch Arbeit vorhanden. … Niemand hat das Recht, anderen seine Ware aufzudrängen, auch nicht dem Staate, sondern jeder muss die Wünsche der anderen berücksichtigen und ein anderes Gewerbe erlernen, wenn es so gewünscht wird. … Warum soll ein Mann acht Stunden arbeiten, wenn er mit zwei genug für seine Bedürfnisse schaffen kann? … Diogenes hatte wenige Bedürfnisse, Lucullus viele. Warum den ersten zwingen, mehr zu arbeiten als er nach seinen Ansichten braucht; warum den zweiten verhindern, weniger zu ernten als er zur Befriedigung seiner Bedürfnisse nötig hat? Ein alter Mann kann nicht so lange arbeiten wie ein junger. Ungerecht wäre es, ihn dazu zu zwingen. Die achtstündige Arbeit ist das merkwürdigste Symptom der sozialen Krankheit. … Die Münzreform lässt jeden arbeiten, solange er muss, um sich und die Seinen zu ernähren, d.h. so lange seine Kräfte es erlauben, so lange er Lust hat, d.h. so lange die Befriedigung seiner Bedürfnisse es wünscht. Die Münzreform lässt jedem die Frucht seiner Arbeit ungeschmälert, sie enthebt den Menschen jeder Bevormundung, sie lässt jeden nach Belieben arbeiten.“
Nervus rerum (1891), in: Band 1, S. 133 - 135.
„Der wachsende Wohlstand der Arbeiter wird ihnen auch die Möglichkeit geben, die Produktionsmittel, welche ihnen das heutige Geldwesen aus der Hand gewunden, wieder zu erlangen und mit ihnen auch die vollkommene wirtschaftliche Selbständigkeit.“
Nervus rerum (1891), in: Band 1, S. 124.
„Ich bin Individualist, Eigenständler, lehne also für den Menschen jede Bevormundung durch andere Menschen ab. Die Selbstständigkeit, die Selbstverantwortung will ich verstärken, vertiefen. Keine Proletarier, nein, nicht einen. Keine Knechte, keine Herren! Alle diese Abhängigkeiten will ich auflösen. Das Lohnverhältnis der Arbeiter zum Unternehmer will ich durch Sicherung ihrer wirtschaftlichen Unterlagen, durch Auflösung der Arbeiter-Reservearmee zu einem gewöhnlichen Handelsvertrag gestalten, bei dem keinem der beiden Teile ein Übergewicht verbleiben wird und zu dessen Schutz es keiner besonderen Gesetze bedarf. … Der Unternehmer, dem Gesetze des Wettbewerbs unterworfen, wird, weil es ihm selbst nützt, freiwillig alles das tun, was das Gesetz ihn heute zu tun zwingt. Wer es versäumt, findet dann einfach keine Arbeiter oder muss höhere Löhne zahlen. … Die Arbeiter, und gerade die tüchtigeren, streben nach Freiheit. Zwang und Bevormundung haben sie genug zu kosten bekommen.“
Verteidigungsrede (1919/20), in: Band 12, S. 34 – 35 und 37.
„Ich halte es nicht nur für möglich, sondern sogar für wahrscheinlich, dass die Mehrzahl der Großbetriebe, in erster Linie die Metall- und Holzindustrie und die Warenhäuser, in naher Zukunft in Millionen von keinen Betrieben zerfallen werden, die sich dann durch genossenschaftlichen Zusammenschluss für den Kraft- und Rohstoffbezug wie für den Absatz auch leistungsfähig werden machen können.“
Vortrag am 2.4.4.1920, in: Band 17, S. 262.
„Die Industriearbeiter werden nach und nach zu Wohlstand gelangen und auch die Aktien ihrer eigenen Unternehmungen erwerben können, allerdings ohne von diesen Aktien dann noch mehr als die gewöhnlichen Abschreibungen erwarten zu dürfen. … Die befreite Wirtschaft verlangt nicht, dass wir alle zu Proletariern werden, die von einer Zentralbehörde geleitet werden und nach einem von dieser Zentralbehörde aufgestellten Plan arbeiten, ohne Interesse, ohne Freude, ohne Sorgen. Nein, im Gegenteil, die befreite Wirtschaft wird diese traurigen Produkte des Kapitalismus dadurch mit Stumpf und Stil wieder von der Bildfläche wegfegen, dass sie sie alle wieder in freie, selbstständige, selbstverantwortliche Vollbürger zurückverwandelt.“
Die Ausbeutung – ihre Ursachen und ihre Bekämpfung. Zweite Denkschrift an die Deutschen Gewerkschaften (1922), in: Band 13, S. 396 - 397.
„Als ich vor dem Kriege die freiwirtschaftlichen Forderungen formulierte, da rechnete ich mit einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren vom Ausgange an gerechnet, um bei 100 % anzukommen, d.h. durch den Abbau des arbeitslosen Einkommens werden die Vermögen nach und nach auf das Quantum nivelliert, das der Arbeitskraft des Einzelnen entspricht. Die Vermögensunterschiede sind dann Ausdruck der persönlichen Unterschiede. Mehr nicht.“
Freiwirtschaftliche Reparations- und Friedenspolitik (1924), in: Band 15, S. 61.
„Zum Genossenschaftswesen gehört vor allen Dingen, genau wie zum kommunistischen Betrieb, ein von Herzensgüte, von Verständnis für die menschlichen Schwächen, von Hilfsbereitschaft triefender Mensch, ein Typus, den die Freiwirtschaft sicher einmal in größerer Zahl hervorbringen wird, den aber die kapitalistische Wirtschaft so gut wie ausgerottet hat. Ich glaube, dass es heute im ganzen Deutschen Reich nicht einmal vorkommt, dass zwei oder mehrere Bauern den Plan erörtern, ihre Betriebe zusammenzulegen, um die so zum Großbetrieb gewordene Wirtschaft genossenschaftlich fortzuführen. … Wir können ja immerhin Versuche machen, wie man auch schon solche Versuche in der Industrie gemacht hat. … Um aus dem Knecht einen Menschen zu machen, muss er erst durch die Schule des Eigentums, der Selbstständigkeit, der Selbstverantwortung gehen. Dann, vielleicht, wenn er nicht schon im Kern verdorben wurde, wird die Zeit kommen, wo sich größere Gruppen von Menschen finden werden, die geistig auf der Höhe stehen, um genossenschaftlich zu wirtschaften. Ich persönlich glaube nicht, dass es je viele sein werden; aber dennoch bin ich der Meinung, dass es ein Gewinn für alle sein wird, wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen den freiwilligen Zusammenschluss aller kommunistisch-genossenschaftlich gesinnten Menschen ermöglichen.“
Die allgemeine Enteignung im Lichte physiokratischer Ziele (1926), in: Band 16, S. 40.
„Die Freiwirtschaft wäre nicht das, was sie zu sein behauptet, wenn sie den Kommunisten, den Freisozialisten, den Anarchisten keinen Raum böte. Im Gegenteil, Raum für alle hat die Freiwirtschaft. Die Freiwirtschaft lässt auch in Bezug auf die Gesellschaftsordnung die freieste Konkurrenz zu.“
Nachwort (1926), in: Band 16, S. 103.
„Proletarier, d.h. eigentumslose Menschen, die von der Hand in den Mund leben, die nicht die Mittel haben, einen neuen Beruf zu erlernen, in ein anderes Land zu ziehen, für die eine Arbeitspause von einem Monat oder Jahr zur Katastrophe wird, die wird es überhaupt nicht mehr geben. Das Vermögen, das heute in den Händen weniger liegt, wird in mächtig erweitertem Umfang verteilt sein unter die Masse des Volkes. Und so wird jeder einen durch Betriebsumstellungen oder sonst wie erlittenen Schlag wohl ertragen können. … Zu beachten ist auch hier, dass in der physiokratischen Ordnung die Arbeiter zumeist selber die Aktie der Fabriken besitzen werden und daher auch selber darüber zu bestimmen haben werden, wann und in welchem Tempo die maschinelle Umstellung stattzufinden hat. In der physiokratischen Ordnung wird der Typ des Proleten, der vom kaufmännischen und technischen Betriebe kaum eine blasse Ahnung hat, nach und nach, aber auf Nimmerwiedersehen verschwinden und durch einen Menschen ersetzt werden, der mit Umsicht und Selbstverantwortung seine Interessen zu wahren verstehen wird, besser vielleicht, als es heute der Durchschnittsaktionär versteht.“
Der Proletarier war wieder am Ende seines Lateins (1926), in: Band 16, S. 208 – 209.
„Da hier der Boden jedem zur Verfügung steht … und da auch der Darlehenszins um Null herum pendelt, so kann jeder, der will und sich dazu befähigt glaubt, alle diejenigen, die sich dazu unfähig fühlen, als Arbeiter um sich sammeln und den Wettkampf mit den übrigen Unternehmern aufnehmen. Dazu ist aber durchaus nicht jeder befähigt; viele, sehr viele sogar sind unfähig, eine einfache Bauernwirtschaft selbstständig zu leiten, geschweige denn eine Industrie, ein Exportgeschäft, eine Werkstatt, eine Barbierstube, eine Apotheke. … Und außerdem ist es nicht jedermanns Sache, sich mit den Sorgen des Unternehmers und Kaufmanns zu belasten. Viele dieser Arbeiter könnten sich zwar selbstständig machen, aber sie wollen nicht. Sie wollen sich nicht mit den Sorgen des selbstständig Wirtschaftenden belasten. … Der Lohnarbeiter kann seine geistigen Kräfte schöneren Dingen widmen. Während der Unternehmer nachts über Maschinendefekte, Wechselproteste, Schiffbrüche grübelt, komponiert der Lohnarbeiter Lieder zu seinem Hochzeitsfeste. Der Lohnarbeiter schafft, solange er Lust hat und so lange er es für nötig erachtet. Dann geht er nach Haus und an die Fabrik denkt er erst am nächsten morgen.“
Der abgebaute Staat (1927), in: Band 16, S. 298 – 300.
„Die Arbeiter im Physiokratenland haben erkannt, dass, wenn sie den Unternehmer in seinen Dispositionen durch Betriebsräte, durch Streik, durch Sabotage und öffentliche Verunglimpfungen belästigen, die fähigsten und feinsten unter ihnen sich zurückziehen werden und das Feld dann Schwindlern und Betrügern überlassen, was für die Entwicklung der Löhne natürlich nicht gleichgültig sein kann. Weil sich Ford alle gewerkschaftlichen Eingriffe verbeten hat, konnte er seine Industrie in den Stand setzen, Rekordlöhne zu zahlen. … Der Lohnarbeiter schafft im Stücklohn. Den Aufseher für seine Arbeit hat er also in der eigenen Tasche. Er arbeitet in der Regel acht Stunden und hat dann 16 Stunden des Tages für sich. Er kann dann studieren, spielen, mit den Kindern spazieren gehen und sich immer so viel Ferienzeit ausbedingen, dass er alle Jahre nach Kevelaer und nach Rom und Jerusalem wallfahrten kann. Alle diese gewaltigen Vorteile, die der Lohnarbeiter dem selbstständig wirtschaftenden Bauern, Handwerker, Kaufmann und Apotheker gegenüber hat, führen dem Lohnarbeiterstande so gut wie alle geistig rührsamen Menschen zu. Die Dichter, Naturforscher, Astronomen, Chemiker, Geistlichen aller Religionen und Konfessionen, Schauspieler usw., die heute bei uns so viel unter Nervosität und Schlaflosigkeit leiden, arbeiten ihre Stunden am Fließband und sind dann freie Männer, die, gestützt auf ihren Lohn, nun nach keiner Seite Rücksichten und kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen brauchen.“
Der abgebaute Staat (1927), in: Band 16, S. 298 und 300.
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