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LESEPROBEN 11 | Erde, Ressourcen und Bodenrechtsreform

   „Wer das Land bebaut, dem gehört das Land. Und er kann es verkaufen, wenn er einen Käufer dafür findet. Wer gibt aber ein Huhn her für ein Ei? Wer einen Apfelbaum für einen Apfel? Wer einen Acker für einen Haufen Weizen? Das Huhn legt mehr als ein Ei; drum wäre es eine Torheit, dafür ein Ei anzunehmen. Der Baum trägt mehr als einen Apfel; lächerlich wäre es, für einen Apfel den Baum herzugeben. Der Acker trägt mehr als einen Sack Weizen; ein Irrsinniger kann daher nur einen solchen Tausch machen. Kann jemand so viele Eier, Äpfel, Weizen aufspeichern, dass er damit den Wert des Huhnes, des Ackers, des Apfelbaums bezahlen kann? …
   Auf der Welt gibt es nach Einführung der Münzreform nichts mehr, womit man Land bezahlen kann. Nach Einführung der Münzreform wird das Land unverkäuflich. Das Land wird wie das Licht, die Sonne und die Luft unverkäuflich. …
   Die Münzreform entscheidet also die Landfrage in dem Sinne, dass das Land zwar dem Bebauer gehört, dass es aber unverkäuflich ist, weil niemand einen Gegenwert zu bieten vermag. Die Landkäufe und –verkäufe, die Landspekulation haben in allen Ländern schon schwere Krisen zur Folge gehabt. Die Hypotheken, die auf Grund und Boden lasten, bilden wohl einen der Hauptgründe der Verarmung der Bauern, ebenso wie der Landwucher. Aber wenn die Landfrage als die Ursache der sozialen Missverhältnisse hingestellt wird und darum das Land als Staatseigentum hingestellt werden soll, um vom Staat verwaltet zu werden, so ist das ein großer Irrtum.
   Die Münzreform erklärt das Land als Privateigentum. Der Bebauer kann darüber schalten und walten, wie ihm beliebt. Aber der Bauer kann sein Land nicht mit Hypotheken belasten; er kann es nicht verkaufen; er kann den Wucherern nicht in die Hände fallen. Die Aneignung großer Landkomplexe wird unmöglich und die bestehenden großen Güter werden bei jeder Erbschaft in Teile zerfallen, weil ein Einzelner sie nicht als Ganzes erwerben kann.“

Nervus rerum (1891), in: Band 1, S. 130 - 131.


„Wenn wir den Menschen von der Erde trennen, kann es ihm da besser ergehen als einer entwurzelten Tanne? … Die Erde bildet einen organischen Teil des Menschen, da dieser ohne die Erde nicht denkbar ist; ist der Mensch doch selbst aus Erde gemacht. Staub bist du und in Staub wirst du zerfallen. Die Erde ist als die wahre Plazenta des Menschengeschlechts zu betrachten. … Ohne Schaden an Leib und Seele kann der Mensch kein einziges Produkt der Erde entbehren. Zu seiner gedeihlichen fortschrittlichen Entwicklung braucht jeder einzelne Mensch die ganze Erde. … Jeder einzelne Mensch braucht demnach die ganze Erde ungeteilt. Die Wolle Australiens, die Heringe Grönlands, das Klima der Riviera, das Wasser des Jordans, die Naturgenüsse der Alpen, die Ruinen Babylons, den Speck Chicagos. Er braucht die geistige Anregung des Verkehrs mit allen Völkern, die Erfindungen der Amerikaner, die Philosophie der Engländer, die Kunst der Italiener, die Romane der Franzosen, die Musik der Deutschen … Mensch und Erde gehören zusammen wie Fisch und Wasser, Thron und Altar, Bayer und Bier. Nur mit Gewalt kann man den Menschen von der Erde oder von einem Teil der Erde fernhalten. Und diese Gewalt ist Krieg, Raub und Mord.“

Krieg und Bodenmonopol (1904), in: Band 3, S. 321 – 323.


   „Die Interessen der Jagd, der Fischerei und des Vogelschutzes sind mit den reinen Grundsätzen des Privatgrundbesitzes unverträglich.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 49.


   „Keine Grundherren, keine Knechte. Allgemeine Ebenbürtigkeit. Kein Grundbesitz  - folglich absolute Freizügigkeit mit ihren wohltätigen Folgen für Gesundheit, Charakter, Religion, Bildung, Glück und Lebensfreude. … Mit der Bodenreform werden wir auch einen starken Staat haben. … Mit der Bodenreform wird Eigentum nicht mehr Diebstahl, sondern Arbeit sein. …
   Die Bodenreform dringt umgestaltend in das innerste Wesen des Menschen. Den gemeinen Knechtssinn, der aus der Zeit der Leibeigenschaft noch dem Menschen anhaftet (dem Herren nicht weniger als dem Knechte), weil der Privatgrundbesitz, diese Grundlage der Leibeigenschaft, fortbesteht -  diesen knechtischen Sinn wird der Mensch mit der Bodenreform endgültig abschütteln. Er wird sich wieder aufrichten wie eine junge Tanne, die, vom niederzwingenden Gewicht des Schnees befreit, kerzengerade wieder empor schnellt. ‚Der Mensch ist frei und wär’ er in Ketten geboren.’ Es bleiben dann anstelle der Grundrentner nur Menschen, die vom gegenseitigen Verkehr nur Befruchtung ihrer Industrie, ihrer Religion, ihrer Kunst, Moral, Gesetzgebung, niemals aber Schaden erwarten können.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), S. 54, 62, 67 und 72.


   „Das Grundeigentum wird aufgehoben, der Boden zum Gemeingut erklärt. Dann wird der Boden für die Zwecke der Arbeit parzelliert und die Parzellen werden öffentlich meistbietend verpachtet. Das Pachtgeld wandert in die gemeinsame Kasse, um von hier wieder auf alle gleichmäßig verteilt zu werden.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 76.


   „Die Frage, ob die Grundrente nicht statt in die Staatskassen in eine internationale Weltkasse abzuliefern sei, wollen wir hier nur berühren, die Beantwortung jedoch den nächsten Generationen überlassen. Einzelne Länder sind ja von der Natur sehr begünstigt worden mit Kohlenlagern, Petrolquellen usw. und sie sind imstande, von den umliegenden Völkern unverhältnismäßig hohe Renten zu erheben. Dies würde vielleicht zu allerlei Reibungen Anlass geben. … Die Grundrenten könnten, so weit sie eine auf den Kopf der Bevölkerung entfallende Durchschnittssumme übersteigen, den stiefmütterlich bedachten Gegenden zugeführt werden, in Form von Bodenmeliorationen großen Stils  - Berieselung von Wüsteneien, Kanalisierung von Landengen, Aufforstung der Gebirge usw.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 78 – 79.


   „So ging es und geht es in Afrika, in Asien, in Australien. In Amerika hat man es noch einfacher gemacht: Man schickte den General Roca, den nachherigen Präsidenten, mit einer Bande Soldaten gegen die Indianer aus, um diese von den fruchtbaren Weideplätzen der Pampa zu vertreiben. Man knallte die Mehrzahl nieder, schleppte die Weiber und Kinder in die Hauptstadt als billige Arbeitskräfte und trieb den Rest über den Rio Negro. Das Land wurde dann unter die Soldaten verteilt. So und nicht anders entstanden die heiligen, unantastbaren Rechte der heutigen Besitzer des besten, fruchtbarsten Bodens, den es vielleicht in der Welt gibt. Der Tummelplatz von Millionen von Schafen, Pferden und Kühen, der Boden für eine schon im Entstehen begriffene große Nation befindet sich heute im Privatbesitz einer Handvoll Leute, die nichts weiter dafür gegeben haben als eine Flasche -  Schnaps.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 83 – 84.


   „Mit der großen Bodenreform, mit der Rückführung des Bodens in den Besitz des Volkes verschwinden die Agrarier, verschwinden damit zugleich die agrarisch empfindenden Beamten des Fiskus, verschwindet die Gesellschaftsklasse, die in der preußischen Regierung sitzt und deren Streben naturgemäß auf die Sicherung und möglichste Erhöhung der Grundrente gerichtet ist. … Mit der großen Bodenreform wird das gesamte deutsche Beamtentum andere Privatinteressen und infolgedessen auch andere Staatsinteressen verfolgen. Mit der großen Bodenreform geht die Gesellschaftsklasse, auf deren Gütern die Großmütter von 90 % der heutigen deutschen Bevölkerung als Leibeigene ein sklavisches Dasein fristeten, endlich ganz im Volke unter. Mit der großen Bodenreform denken alle Bürger naturgemäß freiheitlich. Die politischen Gegensätze zwischen Stadt und Land verschwinden; es ist überhaupt niemand mehr da, der an der Erhöhung der Grundrenten interessiert ist. Folglich strebt auch niemand mehr nach Abschaffung der Freizügigkeit, nach Wiederherstellung der Leibeigenschaft.“

Warum will der Bund deutscher Bodenreformer den Privatgrundbesitz erhalten? (1912),
in: Band 7, S. 143 – 144.


   „Das Ziel der Bodenreformer ist ein gewaltiges. Es handelt sich hier nicht wie bei so manchen anderen hoch tönenden Bestrebungen um eine Reform, die nur die Oberfläche der Dinge berührt. Sie dringt durch, ist aufs Ganze gerichtet und ist des Schweißes der Edlen wert. Wer sich für die Bodenreform irgendwelcher Richtung ins Zeug legt, kann es mit dem Bewusstsein tun, an dem gewaltigsten Kulturwerk aller Zeiten mit tätig zu sein.“

Die verschiedenen Richtungen der Bodenreformer (1913), in: Band 7, S. 345 – 346.


   „Die Abschiedstränen des Auswanderers sind goldene Perlen für die Grundrente. Und so sehen wir auch oft die Grundbesitzer in den Städten damit beschäftigt, durch Verschönerungsvereine und sonstige Veranstaltungen das Leben in der Stadt zu erheitern, um erstens den Abschied schwerer, zweitens den Zuzug leichter zu machen. So können sie von den Bauplätzen höhere Grundrenten erheben. Im Heimweh steckt die Pfahlwurzel der Grundrente.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 21.


   „Freiland bedeutet eine gründliche Umwertung aller unserer Begriffe. Auf politischem wie auf volkswirtschaftlichem Gebiete gibt es kaum eine Lehre, die durch Freiland nicht umgestoßen wird. Freiland lässt nichts unberührt.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 71.


   „Der Erde, der Erdkugel gegenüber sollen alle Menschen gleichberechtigt sein, und unter Menschen verstehen wir ausnahmslos alle Menschen – ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der Bildung und körperlichen Verfassung. Jeder soll dorthin ziehen können, wohin ihn sein Wille, sein Herz oder seine Gesundheit treibt. Und dort soll er den Altangesessenen gegenüber die gleichen Rechte auf den Boden haben. Kein Einzelmensch, kein Staat, keine Gesellschaft soll das geringste Vorrecht haben. Wir alle sind Altangesessene dieser Erde. …
   Die Ausdrücke ‚englische Kohle, deutsches Kali, amerikanisches Petroleum’ usw. sollen nur die Herkunft dieser Erzeugnisse bezeichnen. Es gibt keine ’englische Kohle’, kein ‚deutsches Kali’. Denn jeder Mensch, gleichgültig welchem Staate er angehört, hat das gleiche Recht auf die ‚englische Kohle’, das ‚amerikanische Erdöl“ und das ‚deutsche Kali’. …
   Die Übergabe des Bodens an die Bebauer erfolgt auf dem Wege der öffentlichen Pachtversteigerung, an der sich jeder Mensch beteiligen kann, und zwar ausnahmslos jeder Bewohner der Erdkugel.
   Das Pachtgeld fließt in die Staatskasse und wird restlos in Monatsbeträgen unter die Mütter nach der Zahl der Kinder verteilt. Keine Mutter, einerlei woher sie kommt, kann von diesen Bezügen ausgeschlossen werden.
   Die Einteilung des Bodens richtet sich ganz nach den Bedürfnissen der Bebauer. Also kleine Ackerteile für kleine Familien und große Ackerteile für große Familien. Auch große Landstrecken für Genossenschaften, für kommunistische, anarchistische, sozialdemokratische Kolonien, für christliche Gemeinden. …
   Die Ablösung der heutigen Privatbodenrente erfolgt auf dem Wege der vollen Entschädigung durch Ausgabe einer entsprechenden Summe von Staatsschuldscheinen.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 72 – 73.


   „Kein Eigentum am Boden, daher auch keine Bodenverschuldung, keine Teilung und Abfindung bei Erbschaft. Keine Grundherren, keine Knechte. Allgemeine Ebenbürtigkeit. Kein Grundeigentum – folglich volle Freizügigkeit mit ihren wohltätigen Folgen für Gesundheit, Sinnesart, Religion und Bildung, Glück und Lebensfreude. … Landwirtschaft und Industrie werden durch die Bodenverstaatlichung erst zu einer gleichartigen wirtschaftlichen und politischen Masse verschmolzen werden.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 84 und 91.


   „Nicht als Menschen und Brüder stehen sich die Völker gegenüber, sondern als Grundeigentümer. Schafft man hüben und drüben das Eigentum am Boden ab, so wird damit der Zankapfel beseitigt. Es bleiben dann anstelle der Grundrentner nur Menschen, die vom gegenseitigen Verkehr nur Befruchtung ihrer Berufstätigkeit, ihrer Religion, ihrer Kunst, Gesittung, Gesetzgebung, niemals aber Schaden erwarten können.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 94.


   „Durch die Bodenverstaatlichung kommt jedes Kind als Grundeigentümer zur Welt, und zwar hält jedes Kind, ob ehelich oder unehelich geboren, wie das Christuskind zu Prag die Erdkugel in der Hand. Den Schwarzen, den Roten, den Gelben, den Weißen  - allen ohne Ausnahme gehört die Erde ungeteilt. … Die Erde gehört zum Menschen, sie bildet einen organischen Teil seiner selbst. … Alles braucht der Mensch, nicht einen Teil. Er braucht die Früchte der heißen und der gemäßigten Zone wie auch die des hohen Nordens; er braucht für seine Gesundheit die Gebirgs-, See- und Wüstenluft. Zur Geistesauffrischung braucht er den Verkehr und die Erfahrung aller Völker der Erde. Er braucht alles, selbst die Götter der verschiedenen Völker braucht er als Vergleichsgegenstände für seine Religion. Die ganze Erdkugel, so wie sie da im prächtigen Flug um die Sonne kreist, ist ein Organ des Menschen, jedes einzelnen Menschen. … Dürfen wir nun gestatten, dass einzelne Menschen Teile dieser Erde, Teile von uns selbst, als ausschließliches und ausschließendes Eigentum in Beschlag nehmen und uns ganze Glieder vom Leibe reißen?“
  
Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 99 – 101.


   „Darum erneuern wir unseren Mahnruf an die Regierung. Machen wir mit der Forderung der Internationalisierung der Rohstoffe  - vor allem der Kohle, des Eisens, des Kalis, des Petroleums  - den ersten Schritt. Alle Freunde eines wahren Völkerfriedens in der ganzen Welt werden uns begeistert zu solcher Tat zustimmen. … Deutschland hat den Krieg erklärt, aber Deutschland war nicht die Ursache des Krieges. Die Ursache des Krieges liegt im Petroleum, im Eisen, im Kali. Sie liegt letzten Endes in der Furcht der Völker begründet, es könnten ihnen durch das mit den Zöllen auftretende imperialistische Streben der einzelnen Staaten die Zugänge zu lebenswichtigen Rohstoffquellen versperrt werden. Diese Furcht muss gründlich gebannt werden, ehe es zu einem wahren Frieden kommen kann. Das Mittel ist die Internationalisierung der Rohstoffquellen, der Weg dahin die Ausrufung von Freiland als allgemeines Menschenrecht.“

Petrol-Trust (1921), in: Band 12, S. 146 – 147.


   „Die befreite Wirtschaft tastet die Unabhängigkeit der Bauern in keiner Weise an. Sie sichert ihm die unbeschränkte freie Benutzung des Bodens und schützt ihn vor der hypothekarischen Verschuldung dadurch, dass der Boden als unveräußerliches Gemeingut erklärt wird.“

Die Ausbeutung – ihre Ursachen und ihre Bekämpfung. Zweite Denkschrift an die
Deutschen Gewerkschaften (1922), in: Band 13, S. 396.


   „Wir werden die Aufteilung der Großgrundbesitzungen vornehmen und den ganzen Osten Deutschlands für freie, selbstständige Bauern erschließen. Das Ächzen und Stöhnen und der dumpfe Sklaventritt auf den jetzigen Großgrundbesitzungen soll heiteren Gesängen Platz machen. Solche für das Siedlungswerk geeigneten Güter werden als Folge der Sachwertsteuer viel zum Verkauf angeboten werden von solchen Grundbesitzern, die einen Teil ihres dem Reich verpfändeten Besitztums durch Verkauf von Ländereien wieder schuldenfrei machen wollen.“

Die Erfüllung und was wir von ihr persönlich sowie welt-, staats- und sozialpolitisch
zu erwarten haben (1923), in: Band 14, S. 272.


   „Wenn es keine Hypothekenbanken gegeben hätte, die die Landbevölkerung auspumpten, dann wären die Städte niemals zu den Wasserköpfen angewachsen, die sie heute darstellen.“

Die Reparation im Dienste der Lebensmittelversorgung Berlins (1923), in: Band 14, S. 354.


   „Die Grundrente steht eben im innigsten Zusammenhang mit jedem einzelnen Element der Volkswirtschaft.“

Kritische Bemerkungen zum Artikel Mac Allan und der Wertzuwachs (1924), in: Band 15, S. 29.


   „Die amerikanischen Trusts (Petroleum, Eisenbahnen, Stahl, Kupfer) bauen sich direkt auf dem Monopol der Bodenschätze auf. Das alles fällt mit Freiland in Staub auseinander.“

Brief an Dr. Benedikt Uhlemayr vom 1.1.1925 aus Buenos Aires, in: Band 18, S. 302.


   „Wer allen Menschen das gleiche unveräußerliche Recht auf den Boden und die Schätze dieser Erde zuerkennt, der muss bei der Forderung ‚Freiland’ bleiben. … Jeder, auch der kleinste Kompromiss führt zur Korruption des fruchtbarsten, großartigsten Gedankens, der je ein Menschenherz bewegt hat. Wir verschnöden Moses, wir verhunzen das Andenken Henry Georges, wir versinken in den Morast der Damaschkiden. … Makellos wie die Jungfrau Maria soll der Freilandgedanke bleiben. … Freiland ist der Prüfstein freiwirtschaftlichen Denkens. … Wer darum für die Freiwirtschaft werben will, der beginne mit Freiland. Hier kann gleich das Korn von der Spreu gesondert werden.“

Freiland, der Prüfstein! (1925), in: Band 15, S. 377 – 378.


   „Man muss sich durchaus mit dem Gedanken vertraut machen, dass die Aufteilung der großen Güter nicht allein ein Revolutionsakt ist, sondern in noch höherem Sinn ein wirtschaftliches Problem, von dessen Lösung die Sicherung der Revolution durchaus abhängig ist. Und neben dem wirtschaftlichen Problem steht das erzieherische Problem, da der von den Großgrundbesitzern als Haustier gezüchtete Proletarier zumeist unfähig ist, selbstständig als Landwirt zu wirtschaften und zwar so zu wirtschaften, dass er nicht neidisch auf die hinaufzublicken braucht, die es vorziehen, sich als Knechte zu verdingen. Die Aufteilung der Großgrundbesitzungen erfordert Kapital, d.h. sehr viel Arbeit und Sparsamkeit. … Nur eins ist nötig: Arbeit, Sparsamkeit, Zeit und Geduld.“

Die rumänische Agrarreform und ihre Lehren (1926), in: Band 16, S. 126.

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