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LESEPROBEN 16 | Freihandel und Internationales

   „Der zivilisierte Mensch hasst die Grenzen. Er ist Individualist und Weltbürger. Er begnügt sich nicht mit dem kleinen Flecken Erde, den ihm irgendwelche Grenzen als Aktionsradius vorschreiben wollen.“

La cuestión monetaria argentina (1898), in: Band 2, S. 222.


   „Mit der Bodenreform bürgert sich der Freihandel von selbst ein. Nun lassen wir den vollen Freihandel nur einige Jahrzehnte sich frei entwickeln und entfalten, und wir werden bald sehen, wie innig das Interesse der Völker mit der Förderung und Aufrechterhaltung dieses Handels verknüpft ist, mit welcher Liebe gute Beziehungen zu den Nachbarvölkern vom ganzen Volke gepflegt werden, wie die Familien hüben und drüben durch Blutsverwandtschaft fest aneinander gekettet werden, wie die Freundschaft zwischen Künstlern, Gelehrten, Arbeitern, Kaufleuten, Geistlichen alle Völker der Welt zu einer einzigen großen Gesellschaft verketten wird, zu einem Völkerbund, den die Zeit und die Privatinteressen immer nur inniger und fester schnüren, bis zum Verschmelzen der Teile zusammenschweißen können.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 72 – 73.


   „Auf die Befestigung der Inlandswarenpreise muss man überall hinarbeiten, um einen festen Wechselkurs aufs Ausland zu erzielen. Eine nach gleichen, international gültigen Grundsätzen geleitete Inlandswährung kann allein den festen internationalen Wechselkurs bringen. Das scheint man jetzt endlich auch im Auslande begriffen zu haben. Und es heißt, dass eine internationale Papierwährungskonferenz einberufen und ein internationales Geldamt gegründet werden soll. … Wir müssen uns international verständigen.“

Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag (1906), in: Band 4, S. 123.


   „Der Weltgeist, den der Welthandel zeugt, ist über das Ideal mancher Patrioten brutal und siegreich hinweg geschritten. Niemand spricht mehr vom geschlossenen Handelsstaat.“

Aktive Währungspolitik (1909), in: Band 5, S. 162.


   „Es geht darum, die größte und ungeheuerlichste Absurdität, die man sich vorstellen kann, aus der Welt zu schaffen, es geht darum die Wirtschaftskrisen aus der Welt zu schaffen. Die Zeit für die Einberufung eines internationalen Währungskongresses ist außerordentlich günstig. Die Republik Argentinien mit ihrer so lehrreichen Währungsgeschichte, die für die Wirtschaftswissenschaftler eine wahre Fundgrube darstellt, wäre meines Erachtens der ideale Ort für die Abhaltung eines solchen Kongresses. Und stehen außerdem nicht die Jahrhundertfeiern vor der Tür? Dass der Tag, an dem wir die nationale politische Unabhängigkeit feiern, für die ganze Welt der Tag der wirtschaftlichen Unabhängigkeit werde, der Tag, an dem wir uns durch einen koordinierten Akt internationaler Brüderlichkeit endlich von der Krisenplage befreien.“

La pletora monetaria de 1909 y la anemia monetaria de 1898 (1909), in: Band 5, S. 245.


   „Jedem einzelnen Menschen soll die ganze Welt gehören. Das Weltbürgerrecht muss proklamiert und verwirklicht werden. … Das Recht, das wir den Vögeln und dem Wind einräumen, müssen wir allen Menschen einräumen.“

Physiokratische Friedensdiktate zum freundlichen Gebrauch für den Sieger,
wer er auch immer sei (1914), in: Band 8, S. 192.


   „Ein Zoll von 1 % ist von der Handelsfreiheit ebenso weit entfernt wie ein Zoll von 100 %. Zwischen 0 und 1 % liegt ebenso viel Stumpfsinn, Unfreiheit, Gewalt, Hadergeist, Munition und Kanonen wie zwischen 0 und 100 %. Denn 1 % ist ja der Wegweiser für 100 %, wie der Dieb von einer Mark moralisch auch für einen Diebstahl von 100 Mark vorbereitet ist. Der Freihandel, die Ehre, die Gerechtigkeit können nur absolut betrachtet werden. … Dem Menschen wird auch der größte Zollverein immer klein erscheinen. Solange durch Anschluss neuer Länder überhaupt noch Kraftprofit erzielt werden kann, fühlt sich jeder geschwächt in seiner natürlichen Kraft.

Die Weltkraftzentrale VIER und ihre Verfassung (1916), in: Band 8, S. 300 – 301.


   „Die Schutzzölle schufen den gefährlichen Gedanken des in sich geschlossenen, durch Kolonien und Eroberungen zu erweiternden nationalen Wirtschaftsgebiets.“

Die gesetzliche Sicherung der Kaufkraft des Geldes durch die absolute Währung – Denkschrift an die Nationalversammlung (1919), in: Band 10, S. 254.
Das Reichswährungsamt (1920), in: Band 12, S. 61.


   „Die Rechte der Massen können niemals eng genug begrenzt werden. Dafür müssen aber die Rechte der Menschheit umso mehr erweitert werden. … Die Rechte der Völker müssen beschränkt werden. … Das Völkerrecht, Massenrecht, kann man nur auf Kosten der Menschheit ausbauen. Das Recht des einen kann man sich nur als das Unrecht des anderen vorstellen – nur Menschheitsrechte machen hier eine Ausnahme. Jedes Sonderrecht muss wie ein Wechsel von irgendjemandem bezahlt werden, und im Völkerrecht ist dieser Jemand der Mensch. … Der Inbegriff aller Völkerrechte ist die Staatshoheit über das von den Völkern besetzte Land. Hier sind auch die Reibungsflächen, die Zankäpfel zu suchen. Mit Hilfe dieser Staatshoheit ist es möglich geworden, dass dem Menschen die Welt willkürlich verkleinert wird. Laut diesem Völkerrecht gab Er die Erde – nicht den Menschenkindern, wie es doch in der Bibel heißt – sondern den Völkern. Und welchen Missbrauch treiben die Völker mit den, wie es heißt, noch nicht weit genug getriebenen Hoheitsrechten! …
   Menschenrechte, nicht Völkerrechte müssen wir verkünden. Und zwar als Punkt eins aller Menschenrechte: ‚Die Erde gab Er den Menschenkindern.’ Er gab die Erde nicht den Amerikanern und Mongolen; den Menschen, der Menschheit, auch den Schreibunkundigen gab Er sie. … Entweder gehört die Erde allen Menschen, und dann ist kein Platz für die Hoheitsrechte der Völker, oder aber wir anerkennen das Völkerrecht auf den Boden mit allen seinen Folgerungen. Das heißt mit dem Krieg, der diesem Recht anhaftet. …
   Sehen wir uns diese auf Völkerrecht gegründete Staatshoheit über den Boden noch einmal von einer anderen Seite – nämlich von der Seite der Bodenschätze, sagen wir der Steinkohle an. … Die Staatshoheit Englands und Deutschlands über die Kohlenschätze muss nachgeprüft werden. Der Menschheit, allen Völkern, jedem Menschen gehören offenbar diese Steinkohlen, von denen wir heute alle ebenso abhängig sind wie von der Sonne, wie von der Luft. … Dem Boden und seinen Schätzen gegenüber gibt es keine Völkerrechte, kein Massenrecht, keine Staatshoheitsrechte. Das Völkerrecht darf sich nur auf das beziehen, was Menschenhand geschaffen. Sobald wir den Völkern Rechte einräumen, die über das Recht des Einzelmenschen hinausgehen, verwandelt sich solches Recht in Krieg. Alle Menschen, jeder einzelne Mensch, hat auf den Boden, auf den ganzen Erdball die gleichen unveräußerlichen Rechte, und jede Einschränkung dieses Urrechts bedeutet Gewalt, bedeutet Krieg. … Die auf den Boden und seine Schätze ausgedehnten Hoheitsrechte der sogenannten Völker, die Völkerrechte, verwandeln zwangsläufig den ganzen Erdball in einen Zankapfel. Und dafür, dass dieser Zankapfel nicht im Geiste der Verständigung, der Vernunft, der Liebe und Menschlichkeit behandelt wird – dafür sorgt wieder das in allen Staaten geltende Bodenrecht, dafür sorgt der Geist der Gewalt.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 62 und 64 – 66.


   „Das Hoheitsrecht über den Erdball steht dem Menschen, nicht den Völkern zu. Aus diesem Grunde hat auch kein Volk das Recht, Grenzen zu errichten und Zölle zu erheben. Auf der Erde, die wir uns im Sinne von Freiland nur als Kugel vorstellen können, gibt es keine Warenein- und –ausfuhr. Freiland bedeutet darum auch Freihandel, Weltfreihandel, die spurlose Versenkung aller Zollgrenzen. Die Landesgrenzen sollen nur einfache Verwaltungsgrenzen sein, etwa wie die Grenzen zwischen den einzelnen Kantonen der Schweiz.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 72.


   „Lassen wir den vollen Freihandel nur einige Jahrzehnte sich frei entwickeln und entfalten, und wir werden bald sehen, wie innig das Wohl der Völker mit der Förderung und Aufrechterhaltung dieses Handels verknüpft ist, mit welcher Liebe gute Beziehungen zu den Nachbarvölkern vom ganzen Volke gepflegt werden, wie die Familien hüben und drüben durch Bande der Blutsverwandtschaft fest aneinander gekettet werden, wie die Freundschaft zwischen Künstlern, Gelehrten, Arbeitern, Kaufleuten, Geistlichen alle Völker der Welt zu einer einzigen großen Gesellschaft verketten wird, zu einem Völkerbund, den die Zeit und die Einzelbestrebungen immer nur inniger und fester schnüren, bis zum Verschmelzen der Teile zusammenschweißen können.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 94.


   „Jeder gesunde Mensch hält die Welt nicht für einen zoologischen Garten, wo die Völker, durch bunte Eisenstäbe voneinander getrennt, in Einzelhaft leben sollen. Die Kugel, die da im weiten Bogen um die Sonne kreist – das ist des Menschen Heimat. Diese Heimat will ihm aber der Zoll streitig machen. Das ist Unsinn, das ist Krieg. … Allen Menschen ist die Erde als Tummelplatz angewiesen, allen unter den gleichen natürlichen Bedingungen.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 229 – 230.


   „Nur eine in allen Ländern nach gleichen Grundsätzen geleitete Inlandswährung kann den festen Wechselkurs im Weltverkehr und zugleich eine nationale Währung herbeiführen. Das scheint man jetzt endlich auch im Ausland begriffen zu haben und es heißt, dass eine Papierwährungstagung aller Länder einberufen und ein Weltwährungsamt gegründet werden soll. Irgendetwas muss geschehen. Wir wollen Freihandel, festen Wechselkurs aufs Ausland und feste Warenpreise fürs Inland. Durch einseitig nationale Einrichtungen lassen sich diese Wünsche vereint nicht erfüllen; wir müssen uns mit dem ganzen Ausland verständigen. Und das Freigeld scheint mir berufen zu sein, den Boden für eine solche Verständigung zu liefern.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 263 – 264.


   „Der Kapitalzins ist eine internationale Größe; er kann nicht einseitig für einen einzelnen Staat beseitigt werden.“

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 342.


   „Kommt es zu einer Verständigung zwischen den einzelnen Staaten in Bezug auf die leitenden Grundsätze der Währungsämter, so liegt der Gedanke nahe, ein internationales Währungsamt zu gründen, wo die Bewegungen der Devisenkurse beobachtet, ihre Ursachen erkundet und den nationalen Geldverwaltungen diejenigen Maßnahmen nahe gelegt werden, die geeignet erscheinen, um die Devisenschwankungen zu beseitigen, wobei es sich immer nur um die Vermehrung oder Verminderung des Geldumlaufs handeln kann. Mit der Zeit wird dann wohl auch der Vorschlag auftauschen, die Währungsämter der einzelnen Staaten in diesem internationalen Amt zusammenzufassen, um den alten Traum des Weltgeldes zu verwirklichen.“

Das Reichswährungsamt (1920), in: Band 12, S. 68.


   „Dafür, dass die Grenzlinien der blauen, grünen und gelben Flächen in den Schulatlanten täglich schärfer nachgezogen werden, sorgen die Zölle und das mit ihnen entstehende neue Trugbild des ‚geschlossenen Handelsstaats’ und des ‚nationalen Wirtschaftsgebiets’, des ‚Zollvereins’, des ‚Mitteleuropa’ und wie alle diese Freihandels-Ersatzmittel genannt werden mögen. … Mit der Rasse, Sprache, Religion, Staatsverfassung usw. hat man noch niemals einen Staat vom anderen trennen können. Das Leben webt diese Trennungszeichen immer wieder zu. Aber die durch den Zoll geschaffene Wunde, die hier der Menschheit geschlagen wurde, eitert ewig fort und wird zudem durch neue, willkürliche Zollgesetze immer wieder neu aufgerissen. … Schafft man die Zollgrenzen durch Einführung des Weltfreihandels ab, so verlieren die Staatsgrenzen jede Schärfe. Das Trennungszeichen verwandelt sich in einen Verbindungsstrich. Die Staatsgrenze wird zu einer einfachen Verwaltungsgrenze. Dann fließen die Staaten mehr oder weniger unvermittelt ineinander über und allen Menschen ist es dann gleichgültig, wie die Grenzen der verschiedenen Staaten verlaufen. …
   Die Zollgrenze hebt gewaltsam alles auf, was die Völker natürlich eint. Die trennende Gewalt der Zölle wiegt alle anderen einenden Umstände auf. … Krieg ist also die fast unvermeidlich scheinende Antwort auf den Zoll. … Der Weltfreihandel bietet allein den Völkern die Gewähr, dass sie unbehelligt ihrer Eigenart leben, diese in friedlichem Wettbewerb zur vollen Entfaltung bringen können. Sprache, Sitte, Religion, geschichtliche Überlieferung -  kurz alles, was einem Volke heilig erscheint, findet nur im Freihandel den Schutz der Menschheit gegen jede fremde Vergewaltigung. …
   Führt den Freihandel ein, stellt ihn an die Spitze aller Menschenrechte und damit in den Schutz aller Staaten, so wird euch das Übrige: Friede, Freiheit, Demokratie, Sicherheit der Meere, Schutz der kleinen Nationen als Zugabe in den Schoß fallen.“

Internationale Valuta-Assoziation (1920), in: Band 12, S. 150 – 153.


   „In den IVA-Staaten wird das Geldwesen national bleiben, jedoch nach einheitlichen, für alle Verhältnisse, alle Entwicklungsstadien gültigen Grundsätzen verwaltet. … Um Störungen des Gleichgewichts in der Handelsbilanz gänzlich aufzuheben, wird eine besondere internationale Valuta-Note geschaffen, für die alle IVA-Staaten solidarisch haften, die unbehindert ein- und ausgeführt werden kann und gesetzliche Zahlkraft pari mit dem nationalen Geld haben soll. Die Menge dieser Valutanoten wird ausschließlich durch ihren regulatorischen Zweck bemessen werden. Etwa 20 % des nationalen Notenumlaufs dürften genügen. … Die Verwaltungskosten werden auf die IVA-Staaten pro rata der Einwohnerzahl verteilt. Der IVA kann sich jeder Staat, auch außereuropäische, ohne weiteres anschließen. Der Austritt aus der IVA kann ebenfalls jederzeit erfolgen.“

Internationale Valuta-Assoziation (1920), in: Band 12, S. 186 – 188.


   „Räume man die aus wüsten philosophischen, patriotischen, religiösen, rassezüchterischen Irrlehren bestehende Borke, die die Grundrenten schützen soll, weg und jeder wird sofort den Freihandel als die natürliche, jedem Zweifel enthobene Wirtschaftsverfassung erkennen. … Das allgemeine Bürgerrecht und die allgemeine Freizügigkeit wären also das wirksamste Mittel zur Sesshaftmachung des Volkes und um die Abwanderung auf diejenigen Exemplare zu beschränken, die vom Wandertrieb erfasst sind. Diese prächtigen Gesellen wird man dann überall gerne sehen, willkommen heißen – weil sie nicht massenhaft auftreten. … Starke, urgewaltige Kraft liegt im Freihandel, im gemeinsamen Papiergeld und im allgemeinen Bürgerrecht. Unzerreißbare Kräfte. Vieles wird diesen Kräften noch eine gemeinsame Sprache zutragen, die wir uns allerdings als frei von allen rassischen, völkischen, geschichtlichen, geografischen Akzenten denken müssen. Eine Kunstsprache.“

Statuten der Vereinigten Staaten von Europa (1924), in: Band 15, S. 99 und 104.


   „Mit dem Freihandel verfügt jeder Europäer, jeder Amerikaner, jeder Japaner ohne jede Eroberung über die ganze Welt. Und weil er diese Welt nicht der Gewalt verdankt, braucht er auch nicht zu befürchten, dass sie ihm durch Gewalt entrissen werden wird. Er fühlt sich darum frei und sicher. Dieses Sicherheitsgefühl, das aus der Natur der Dinge wächst, enthebt ihn der Notwendigkeit, sich durch den Anschluss an ein Staatsgebilde, an ein ‚nationales Wirtschaftsgebiet’ kümmerliche Entschädigung für den Verlust der Weltkugel zu suchen. Mit dem Schutzzoll wird jedem Menschen ein Panzer angelegt, der ihn zu ersticken droht, den er darum mit allen Mitteln, auch mit den Mitteln des Krieges zu sprengen suchen wird. … Der heutige gefährliche Imperialismus ist eine Nebenerscheinung des Schutzzolles. Und diesem Imperialismus schreibt man es zu, dass so viele Kriege in den letzten Jahrzehnten ausgebrochen, dass so viele Kriege in Vorbereitung sind. Ich erinnere hier an den furchtbaren, entsetzlichen Krieg, den die amerikanische Mongolenpolitik vorbereitet. Wir sehen alle das Unglück kommen. … Wir sehen hier, welche gewaltige Rolle die Krisen und die Beurteilung ihrer Ursachen für das Geschick der Menschheit haben. Sein oder Nichtsein des Menschengeschlechtes ist hier aufs Spiel gesetzt.“

Freiwirtschaftliche Friedenspolitik (1925), in: Band 15, S. 381.


   „Immer lauter erschallt der Ruf nach dem europäischen Zollverein. Ernsthafte Männer diskutieren ernsthaft das Problem. … Mir genügt, offen gesagt, weder der europäische Zollverein noch die europäisch-amerikanische Zollunion; letztere besonders nicht, weil sie uns vom großen Ideal des Weltfreihandels eher entfernt als nähert. … Der Sperrzoll wird Europa in ein geschlossenes Wirtschaftsgebiet verwandeln. … Dieses so künstlich geschlossene Wirtschaftsgebiet wird, da zu klein (die Industrie braucht die Produkte und damit auch die Absatzmärkte der ganzen Welt), immer bei allen Unternehmern das Gefühl des Beengtseins erwecken und damit den Wunsch nach Erweiterung des künstlich durch die Zollunion geschlossenen Wirtschaftsgebietes auslösen. Damit legen wir unser Schicksal wieder in die Hände von Imperialisten, die zur Erreichung ihrer Ziele kein anderes Mittel wissen als die Gewalt. …
   Europäische Zollunion heißt nichts anderes als der europäische geschlossene Handelsstaat. … Die Zollgrenzen der europäischen Einzelstaaten schufen die wirtschaftlichen Gründe zum europäischen Krieg. Und ebenso werden die Grenzen der europäischen Zollunion die Interessen und die Stimmungen schaffen, die uns in den Weltkrieg gegen die panamerikanische und die mongolische Zollunion treiben werden. … Darum: reiner Tisch, ganze Arbeit. Keine europäische Zollunion, sondern Weltfreihandel, der allein die imperialistischen Triebe bändigen kann. Wer daher den Frieden wirklich will, der fordere die Beseitigung aller Zollgrenzen, den Weltfreihandel, indem er damit beginnt, die eigenen Zollgrenzen niederzulegen. Es ist das einzige, was er zu tun braucht und was er überhaupt tun kann. Die günstigen Wirkungen werden sich bald genug bemerkbar machen und diese werden dann alle anderen Staaten zur Nachahmung veranlassen. Dann haben wir in kurzer Zeit den Weltfreihandel, ohne dass es nötig gewesen wäre, ein Wort darüber zu verlieren, ohne Konferenzen, Kongresse und Geschwätz.“

Der Vereinigte Unsinn von Europa – Gegen den europäischen Zollverein (1926)
in: Band 16, S. 72 – 78.


   „Der Völkerbund krankt an dem Umstand, dass wir uns hier nicht als Vertreter der Menschheit betrachten, sondern als Vertreter staatlicher Gebilde, die historisch zumeist als Produkte roher Gewalt anzusprechen sind. Irgendein Bandit fegte die Völkerschaften zu dem zusammen, was wir heute stolz Nation nennen. … In allen Staaten herrscht in den fürstlichen Kettenfabriken Hochbetrieb, als ob es sich darum handelte, das Volk für die Wiederkehr der Fürsten warm zu halten. … Die Tatsache, dass England als Mitglied des Völkerbundes vom Freihandel zum sog. Schutzzollsystem übergegangen ist, sagt genug. Alles, was wir für den Völkerfrieden getan haben, wiegt nichts gegenüber der Tatsache, dass ein so wichtiges Mitglied des Völkerbundes den Kriegspfad der Zollwirtschaft betreten hat. Wenn es uns nicht gelingt, dem Freihandelsgedanken auf der ganzen Linie zum Siege zu verhelfen, dann ist alles vertan und umsonst, was wir tun und tun werden. Wir werden aber hier nur siegen, wenn wir den Staatsgedanken bekämpfen, um dafür das Lied des Menschen, des Individuums zu singen.“

Wie wir Deutschland im Völkerbund vertreten würden (1926),
in: Band 16, S. 94 und 96 – 98.


   „Und man vergesse nicht: Wer für die Internationale Valuta-Assoziation kämpft, kämpft mit dem allein wirksamen Mittel für den Weltfreihandel, also auch für die Völkerverständigung und damit für den Völkerfrieden. Er sichert also auch seine Kinder gegen das Verscharrtwerden in Massengräbern.“

Reparationsbank und IVA-Note (1929), in: Band 17, S. 197.

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