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Werner Onken
Das Verhältnis der Geld- und Bodenreform zum Judentum und zum Antisemitismus

Ăśbersicht
1  Einleitung
2  Antisemitismus im Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus
3  Gesells Einstellung zum Judentum und zum Antisemitismus
3.1  Banken, Börsen, Unternehmen und Handel in kapitalistischen Marktwirtschaften
3.2   Banken, Börsen, Unternehmen und Handel nach einer Geld- und Bodenreform
3.3   Gesell und seine Anhängerschaft während der 1920er Jahre
3.4   Geld- und Bodenreform während der NS-Diktatur
3.5   Geld- und Bodenreform nach 1945
4  ResĂĽmee
Anmerkungen


1   Einleitung

In den letzten Jahren wurde gegenüber der auf Silvio Gesell zurückgehenden Geld- und Bodenreform mehrfach der Verdacht erhoben, sie sei ein antisemitisches Gedankengebilde. [1] Vor dem Hintergrund sich erneut ausbreitender antisemitischer Ideologien entsprang dieser Verdacht zum einen offenbar der verständlichen Sorge, dass auch Gesells Geld- und Bodenreform sich als ein Vehikel des Antisemitismus erweisen könnte. Die Stigmatisierung der Geld- und Bodenreform als antisemitisch könnte zum anderen aber auch von dem Wunsch motiviert sein, den Anspruch des Marxismus auf die ‚richtige’ Erklärung des Kapitalismus gegenüber einem konkurrierenden Erklärungsansatz zu verteidigen. Ohne hierzu vorliegende Klärungs- und Verständigungsbemühungen zur Kenntnis zu nehmen [2] , werden diese Vorwürfe insbesondere von Peter Bierl weiterhin erhoben – zuletzt im Zusammenhang mit einer von der Hans-Böckler-Stiftung geplanten Veranstaltungsreihe über die „Macht des Geldes“. [3]

   Anhand von Quellentexten soll nachfolgend nochmals gezeigt werden, dass der Silvio Gesell gegenĂĽber erhobene Vorwurf des Antisemitismus nicht berechtigt ist. Unrecht geschieht ihm auch mit der Unterstellung, dass die Geld- und Bodenreform einen unausgesprochenen „strukturellen Antisemitismus“ enthalte, aus dem sich eine „Anschlussfähigkeit an den Antisemitismus“ ergebe. Diese Unterstellung begrĂĽndet insbesondere Robert Kurz mit dem Hinweis, dass auch die Geld- und Bodenreform dem „Geldfetischismus“ erliege, den Marx bereits als zentrale LebenslĂĽge der bĂĽrgerlich-kapitalistischen Gesellschaft offen gelegt habe. [4]  Die arbeitsteilige Differenzierung der Gesellschaft mit ihrer Warenproduktion und ihrer Integration durch Geld generell in Frage zu stellen, wirft jedoch die – bislang unbeantwortete – Frage auf, wie sich die Gesellschaft ohne Markt und ohne Geld besser organisieren lieĂźe. Und sie versperrt geradezu den Blick auf die Möglichkeit einer Entfetischisierung des Geldes zu einem Mittel der herrschaftsfreien Integration der arbeitsteiligen Gesellschaft. SchlieĂźlich stellt die Geld- und Bodenreform entgegen dem Eindruck von Peter Bierl[5]  die Konzentration privaten Produktionsmitteleigentums und das Lohnarbeitsverhältnis sehr wohl in Frage.

2     Antisemitismus im Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus

   Der Gesell gegenĂĽber erhobene Verdacht einer antisemitischen Gesinnung entbehrt auch jeder BerĂĽcksichtigung zeitgeschichtlicher Zusammenhänge. Er lässt auĂźer Acht, dass sich nach einer mit der Französischen Revolution einsetzenden Phase der Judenemanzipation ab Mitte des 19. Jahrhunderts erneut judenfeindliche Ideologien in allen Gesellschaftsschichten und politischen Lagern ausbreiteten – auch in den gesellschaftskritischen Bewegungen des Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus einschlieĂźlich ihrer Vordenker. Im Vergleich damit und erst recht mit dem damaligen nationalkonservativen Zeitgeist war Silvio Gesell gegenĂĽber dem Judentum alles in allem sogar erstaunlich positiv eingestellt.

   Schon der junge Marx, der selbst einer jĂĽdischen Familie entstammte, empfand eine starke Abneigung gegen den jĂĽdischen Glauben. [6]  In seiner FrĂĽhschrift „Zur Judenfrage“ aus dem Jahr 1843 lehnte er zwar die politische Emanzipation der Juden nicht ab; er sah darin aber nur eine Anerkennung dieses „Volkes der Schimäre“ als eine die bĂĽrgerlich-kapitalistische Gesellschaft beherrschende Schicht von „Geldmenschen“: „Betrachten wir nicht den Sabbatsjuden, sondern den Alltagsjuden. Welches ist der weltliche Grund des Judentums? Das praktische BedĂĽrfnis, der Eigennutz. Welches ist der weltliche Kultus der Juden? Der Schacher. Welches ist sein weltlicher Gott? Das Geld.“ Marx’ FrĂĽhschrift endete mit der Hoffnung auf eine „Emanzipation vom Judentum“. [7]

   Dieselbe Hoffnung sprachen Marx und Engels auch in der „Heiligen Familie“ (1845) aus. Darin machten sie dem linkshegelianischen Theologen Bruno Bauer den Vorwurf nicht erkannt zu haben, „dass das wirkliche weltliche Judentum und darum auch das religiöse Judentum fortwährend von dem heutigen bĂĽrgerlichen Leben erzeugt wird und im Geldsystem seine letzte Ausbildung erhält.“ [8]

   Zwischen ausbeutenden und ausgebeuteten Juden unterschied Marx nicht. Aus seiner späteren materialistisch-atheistischen Weltanschauung ergab sich eine generelle Ablehnung der Religionen als „Opium des Volkes“ (in der „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“), wobei er noch eine besondere Abneigung gegenĂĽber der jĂĽdischen Religion hegte. In seinem Hauptwerk „Das Kapital“ (1867) blieb sie allerdings im Hintergrund. Ăśber die „Verwandlung von Geld in Kapital“ heiĂźt es dort eher beiläufig: „Der Kapitalist weiĂź, dass alle Waren … im Glauben und in der Wahrheit Geld, innerlich beschnittene Juden sind und zudem wundertätige Mittel, um aus Geld mehr Geld zu machen.“ [9] AuĂźerdem enthalten Briefe von Marx an Engels herabwĂĽrdigende Ă„uĂźerungen ĂĽber Ferdinand Lassalle als „jĂĽdischen Nigger“. [10]  Und an den präzionistischen Gedanken des jĂĽdischen Publizisten Moses Hess, mit dem er die „Rheinische Zeitung“ redigierte, zeigte Marx offensichtlich kein Interesse. [11]

   Anders als Marx revidierte Engels in seinen späten Lebensjahren seine Vorurteile ĂĽber Juden als wuchernde und spekulierende „Börsenjuden“. [12]  Dazu könnte beigetragen haben, dass Engels im Londoner East End das Elend Tausender polnischer und russischer Juden vor Augen hatte, die vor den Pogromen in ihren Heimatländern geflohen waren und nunmehr eine jĂĽdische Arbeiterbewegung zu bilden begannen. Fortan erkannte Engels, dass es neben jĂĽdischen Bankiers wie den Rothschilds noch einflussreichere nichtjĂĽdische Bankiers gab, dass die europäische Kultur jĂĽdischen Intellektuellen sehr viel zu verdanken hatte und dass die internationale Arbeiterbewegung durch Adler, Bernstein und andere Juden eine bedeutende Verstärkung erfahren hatte. Den Antisemitismus betrachtete Engels deshalb während seines letzten Lebensjahrzehnts nach Marx’ Tod als „nichts anderes als eine Reaktion mittelalterlicher, untergehender Gesellschaftsschichten gegen die moderne Gesellschaft, die wesentlich aus Kapitalisten und Lohnarbeitern besteht. Sie dient daher nur reaktionären Zwecken unter scheinbar sozialistischem Deckmantel und damit können wir nichts zu schaffen haben.“ [13]

   Engels’ Abwendung vom Antisemitismus wurde jedoch nicht von der gesamten Arbeiterbewegung nachvollzogen. Während August Bebel 1892 auf dem Berliner Parteitag der Sozialdemokratie eine Mehrheit fĂĽr eine Resolution gegen den Antisemitismus erreichte, waren Franz Mehring, Wilhelm Liebknecht und andere davon ĂĽberzeugt, dass „die Antisemiten ackern und säen und wir Sozialdemokraten ernten werden“. [14]  In seiner „Geschichte der deutschen Sozialdemokratie“ sprach Mehring trotz seiner Freundschaft mit der polnischen JĂĽdin Rosa Luxemburg weiterhin von sog. „Geldjuden“. Daran nahm Rosa Luxemburg ebenso wenig AnstoĂź wie an Marx’ FrĂĽhschrift „Zur Judenfrage“. [15]

   Vor dem ersten Weltkrieg hatten die Sozialdemokraten durchweg eine möglichst vollständige Assimilation der Juden in Europa befĂĽrwortet und die Bildung einer eigenen jĂĽdischen Nation in Palästina abgelehnt. Während Bernstein nach dem Krieg eine positive Einstellung zu dem von Theodor Herzls Buch „Der Judenstaat“ (1896) ausgelösten Zionismus entwickelte [16] , blieb Karl Kautsky bei seiner strikten Ablehnung der Bildung einer jĂĽdischen Nation. Kautsky hoffte, dass sich das Judentum im Zuge seiner Assimilation in die bĂĽrgerliche Gesellschaft und deren revolutionärer Ăśberwindung zugunsten einer „Schaffung neuer, höherer Menschen“ ganz auflösen wĂĽrde. „Freunde des menschlichen Fortschritts“ hätten keinen Grund, „dem Judentum eine Träne nachzuweinen.“ [17] Und noch 1921 konstatierte Bernstein eine Neigung der sozialdemokratischen Presse, „Juden und kapitalistische Ausbeuter als ein und dasselbe darzustellen.“ [18]

     Obwohl die 1919 ermordete Rosa Luxemburg antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war und sich als „ewig Fremde“ fĂĽhlte, betrachtete sie den Antisemitismus nicht als einen Ausdruck von religiöser Intoleranz, sondern nur als ein nebensächliches Problem, das sich nach einem revolutionären Ăśbergang zu einer klassenlosen kommunistischen Gesellschaft von selbst erledigen werde. Dann wĂĽrden auch die Nationen der Welt miteinander verschmelzen, so dass die Wiederherstellung kleinerer Nationen wie der polnischen oder gar die Schaffung einer eigenen jĂĽdischen Nation in Palästina nicht nötig seien. [19]

   Trotz ihrer atheistischen Grundhaltung hegten die Sowjetdiktatoren Lenin und  anfangs auch Stalin keine besonderen Feindseligkeiten gegenĂĽber Juden und kritisierten die brutalen Judenverfolgungen während der Zarenherrschaft. Aber auch nach der Oktoberrevolution waren Juden in Russland keineswegs sicher vor Verfolgungen. Als BefĂĽrworter ihrer Assimilation und als „entschiedene Gegner ihrer national-kulturellen Autonomie“ lehnten Lenin und Stalin den Zionismus strikt als „falsch und reaktionär“ ab. [20] Im Laufe der Zeit entwickelte auch Stalin eine feindselige Einstellung gegenĂĽber Juden. Seinen jĂĽdischen Rivalen Leo Trotzki, der im Ăśbrigen den Zionismus ebenfalls ablehnte, trieb er 1929 ins Exil. So wie Stalin später Millionen Angehörige von nationalen Minderheiten zwangsweise nach Sibirien oder Zentralasien umsiedelte, so billigte er auch die Schaffung eines besonderen jĂĽdischen Siedlungsgebiets nördlich von Wladiwostok im äuĂźersten Osten der Sowjetunion. [21]

3     Gesells Einstellung zum Judentum und zum Antisemitismus     
[Ăśbersicht]

   Im Gegensatz zum völkischen Antikapitalismus und auch zu Teilen der von Marx und seinen Epigonen beeinflussten Arbeiterbewegung war Silvio Gesells Kapitalismuskritik nur in ihren Anfängen noch nicht frei von antisemitischen Ressentiments.

   In seinen 1891/92 in Argentinien entstandenen FrĂĽhschriften wandte sich Gesell gegen antisemitische Hetzkampagnen, wie sie in Deutschland von dem Historiker Heinrich von Treitschke („Die Juden sind unser UnglĂĽck.“) oder von dem Theologen Adolf Stöcker geschĂĽrt wurden: „Hat Herr Stöcker ein Recht die Juden zu verfolgen? Ist nicht das Geld eine öffentliche Einrichtung? Kann nicht jeder, wenn er dazu befähigt ist, den Juden Konkurrenz machen? Die Judenhetzerei ist eine kolossale Ungerechtigkeit und eine Folge einer ungerechten Einrichtung, eine Folge des heutigen MĂĽnzwesens. Wo Aas ist, das versammeln sich die Adler. Will man die Adler vertreiben, so braucht man die Lockspeisen nur fortzuschaffen und die Adler werden von selber verschwinden, ohne dass es nötig sein wird, auch nur einen einzigen zu töten. Die MĂĽnzreform macht es unmöglich, dass jemand erntet ohne zu säen, und die Juden werden durch diese gezwungen werden, die Verwertung ihrer groĂźen geistigen Fähigkeiten nicht mehr im unfruchtbaren Schacher zu suchen, sondern in der Wissenschaft, Kunst und ehrlichen Industrie. Die MĂĽnzreform schĂĽtzt die Juden nicht allein vor jeder weiteren Verfolgung, sondern sie sichert auch der deutschen Wissenschaft und Gesetzgebung die Mitwirkung des jĂĽdischen Scharfsinnes.“ [22]  GetrĂĽbt wird diese frĂĽhe Kritik Gesells am Antisemitismus dadurch, dass er die damals weit verbreitete Assoziation von Juden mit dem „unfruchtbaren Schacher“ anfangs noch ĂĽbernahm. Andererseits waren ihm Juden in Wirtschaft, Politik und Kultur auch damals schon sehr willkommen.

   Ein weiteres Mal trat Gesell dem Antisemitismus in seinem in Argentinien verfassten und 1909 in Deutschland veröffentlichten Buch „Aktive Währungspolitik“ entgegen. Darin ist die Assoziation von Juden mit dem „unfruchtbaren Schacher“ aufgelöst: „Dem aufmerksamen Beobachter entgeht es nicht, dass der Sinn fĂĽr den Wucher, den Schacher, das GlĂĽcksspiel, das arbeitslose Einkommen im deutschen Volke mächtig im Zunehmen begriffen ist. Wäre dieser Schachergeist ein spezifischer Charakterzug der Juden (was er nach unserer Beobachtung durchaus nicht ist), so könnte man die Behauptung der Antisemiten, dass das deutsche Volk verjĂĽdelt sei, gelten lassen. Aber die ‚VerjĂĽdelung’ haben weniger die Juden als die Reichsbank verursacht. Jedes Volk passt sich den Verhältnissen an. Und wenn die Reichsbank mit ihrer auf Hausse und Baisse, auf immerwährende Differenzen gerichteten Politik den Schacher groĂźzieht, so darf man sich nicht wundern, dass zuletzt selbst der schönste Arier schäbig wird.“ [23]
 
   Aus dem Rahmen dieser Auffassung, dass der Wucher ein generelles Problem der kapitalistischen Wirtschaft darstellt, fällt eine Ă„uĂźerung Gesells aus der Zeit des ersten Weltkriegs, in der er bedauerlicherweise den Geldwucher nochmals mit den Juden assoziierte, um ihn dann sogleich mit dem Brotwucher nichtjĂĽdischer (GroĂź-)Agrarier auf eine Stufe zu stellen bzw. den Brotwucher (also den Verkauf von Brot zu ĂĽberhöhten Preisen) als „noch etwas schmutziger“ hinzustellen, „denn der Brotwucher erzeugt oft erst die Not, die zum Geldwucher fĂĽhrt.“ [24]

   Abgesehen von dieser fragwĂĽrdigen Ă„uĂźerung enthalten die Werke von Gesell keine weiteren Anhaltspunkte fĂĽr eine antisemitische Einstellung. Die Macht des Geldes hatte nach seiner ansonsten konsequent durchgehaltenen Auffassung nichts mit dem Judentum zu tun. Vielmehr sah er darin ein von der Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht und Religion der Menschen völlig unabhängiges Problem der inneren Struktur des kapitalistischen Geldes. Dessen Hortbarkeit und dessen im Vergleich zur menschlichen Arbeit sowie zu den GĂĽtern und Diensten höhere Liquidität verleiht dem Geld einen Privilegienstatus gegenĂĽber allen Menschen. Gegen eine Identifikation des Zinses mit den Juden und seine pauschale Verurteilung spricht auch die Tatsache, dass Gesell zwischen berechtigten und problematischen Bestandteilen des Zinses unterschied. FĂĽr berechtigt hielt er die im Zins enthaltene BankvermittlungsgebĂĽhr und die Risikoprämie, während er den bislang ebenfalls noch im Zins enthaltenen Inflationsausgleich und vor allem den „Urzins“ fĂĽr ĂĽberwindbar hielt. [25] Das mit diesem „Urzins“ behaftete nicht-neutrale, sondern parteiische kapitalistische Geld trägt unmerklich Asymmetrien in alle wirtschaftlichen Prozesse hinein. Die kleineren und größeren Ungleichgewichte in unzähligen Tausch- und Kreditprozessen summieren sich zu einer ungerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen, sie erzeugen Machtballungen auf den Kapital-, Arbeits- und GĂĽtermärkten und fĂĽhren zur Fehlsteuerung von Produktion und Konsum. So werden in kapitalistisch vermachteten Marktwirtschaften sowohl Banken und Börsen als auch Produktions- und Handelsunternehmen zu in sich widersprĂĽchlichen Institutionen, die einerseits Dienstleistungen fĂĽr die Gesellschaft erbringen und sie andererseits auch ausbeuten und beherrschen.

3.1    Banken, Börsen, Unternehmen und Handel in kapitalistischen Marktwirtschaften                                                                                     
[Ăśbersicht]

   Im Gegensatz zur klassisch-neoklassischen Ă–konomie, die die Nichtneutralität des Geldes und die Vermachtung der Märkte aus ihren Modellen ausklammerte, verwies Gesell auf die Problematik der wirtschaftlichen Macht, die sich auch auf die Politik und die Religion/Kultur ĂĽberträgt. Anders als der nationalsozialistische oder kommunistische Antikapitalismus benutzte er aber keine dämonisierenden Feindbilder wie „die (jĂĽdischen) Banken“ oder „die Börsen“, die sich angeblich verschworen hätten, um die Herrschaft ĂĽber die Welt zu erringen. In seinem Werk gibt es keine einzige Bezugnahme auf Verschwörungstheorien oder gar auf die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ [26] , die das Strukturproblem der Macht des Geldes unzulässigerweise personalisieren und ihr tieferes Verständnis unmöglich machen.

â—Ź  Im Zusammenhang mit der Stellung der Banken in der Gesellschaft sprach Gesell vor allem in den frĂĽhen 1920er Jahren zwar auch wie ‚rechte’ und ‚linke’ Autoren zuweilen von einer „mächtigen Bankwelt“, von einer „Hochfinanz“ oder von einer „Bankokratie“, welche der Demokratie entgegensteht. [27]  Aber er untersuchte das Geschehen auf den Kreditmärkten ausschlieĂźlich im Hinblick auf das Verhältnis zwischen dem gesamten Kreditangebot und der gesamten Kreditnachfrage, ohne dabei auch nur ein einziges Mal den von nationalsozialistischen Ideologen wie Gottfried Feder verwendeten Begriff „Leihkapital“ zu benutzen. [28]  Damit war Gesell innerhalb des gesamten Spektrums von in- und ausländischen Geldreformbestrebungen einer der wenigen, die die Kritik am Geld- und Kreditwesen nicht mit antisemitischen Vorurteilen verknĂĽpften wie der französische Sozialreformer Pierre Proudhon im 19. Jahrhundert oder die englischen Geldreformer Arthur Kitson und Major Douglas, die nach dem ersten Weltkrieg eine Social-Credit-Bewegung in Kanada, England und Neuseeland initiierten. [29]

â—Ź  Ebenso wandte sich Gesell von Anfang an dagegen, die Börsen zu SĂĽndenböcken fĂĽr gesellschaftliche Missstände zu machen: „Man flucht ĂĽber die Börse. Man nennt sie einen Giftbaum. Und niemand sieht ein, dass das Geld, das Goldene Kalb der wirkliche Giftbaum ist. Die ewige Verwechslung der Wirkung mit der Ursache wird auch hier nicht erkannt.“ [30]

   Ă„hnlich wie der späte Friedrich Engels nannte Gesell jĂĽdische und nichtjĂĽdische „Börsenkönige“, „BörsenfĂĽrsten“ und „Börsenräuber“ wie die Rothschilds auf der einen und Morgan oder Rockefeller auf der anderen Seite in einem Atemzug. Nach den Erfahrungen mit der im August 1907 von Morgan ausgelösten Börsenpanik und Wirtschaftskrise hielt er Morgan und Rockefeller fĂĽr gefährlicher als „unsere kleinen“ jĂĽdischen Börsenspekulanten. [31]

   Wie die „Bankpaläste“ erschienen Gesell auch die Börsen nur als äuĂźerlich sichtbare Symptome einer tiefer liegenden, im nicht-neutralen Geld wurzelnden kapitalistischen Schieflage von Wirtschaft und Gesellschaft. Störungen der Geldzirkulation, ein dauerhaft ĂĽberhöhtes Zinsniveau und Kaufkraftschwankungen fĂĽhren zu einem Wechsel von Börsenstimmungen, zu ĂĽberhöhten Kursschwankungen oder gar zur Gefahr von Börsencrashs an besonders schwarzen Tagen. Unter diesen Umständen entsteht ein Nährboden fĂĽr Spekulationen  auf Kursschwankungen sowie fĂĽr Panikkäufe und –verkäufe. Die Börsen werden unabhängig von der Herkunft, Hautfarbe und Religion der Börsianer zu „Spielhöllen“, in denen – was Gesell ausdrĂĽcklich betonte – „das ganze Volk das Börsenspiel mitspielt.“ [32]

â—Ź  Entsprechend differenziert war auch sein Blick auf Kapitalisten, Unternehmer und Arbeiter. Statt raffendes und schaffendes Kapital oder Kapitalisten und Proletarier als unversöhnliche Rassen bzw. Klassen einander gegenĂĽberzustellen, sah Gesell sowohl den unauflöslichen Gesamtzusammenhang von Geld- und Realkapital als auch die komplexen Beziehungen zwischen dem Geld-/Realkapital einerseits und der Arbeit andererseits – zu der er im Ăśbrigen nicht nur die Arbeit des Industrieproletariats zählte, sondern auch die Arbeit von Bauern, Handwerkern, Technikern, Geistlichen, Lehrern, Wissenschaftlern, Angestellten, Kaufleuten usw. „Als Arbeiter gilt jeder, der vom Ertrag seiner Arbeit lebt.“ [33]  Die Trennlinie zwischen gut und böse scheidet nicht Klassen oder Rassen voneinander, sondern sie geht durch jeden einzelnen Menschen hindurch und macht sie alle – unabhängig davon, ob sie Juden, Christen, Muslime, Anders- oder Ungläubige sind – in unterschiedlichen AusmaĂźen und in hierarchischer Schichtung sowohl zu Ausbeutern als auch zu Ausgebeuteten.

   Je nach der Zusammensetzung von Eigen- und Fremdkapital in einem Unternehmen sind ihre Inhaber Kapitalisten und Unternehmer „in Personalunion“. Aus dem Unternehmensgewinn bedienen sie das Fremdkapital, beanspruchen einen Zins fĂĽr ihr Eigenkapital und zahlen ihrer Belegschaft Löhne und Gehälter, bevor sie einen Unternehmerlohn fĂĽr ihre unternehmerische Tätigkeit erhalten. „Unternehmer in ihrer Eigenschaft als Leiter, also auch als Arbeiter, haben mit den Arbeitern antikapitalistische Interessen gemein. Meistens sind sie aber Arbeiter und Kapitalist in Personalunion. Wo der Kapitalist vorherrscht, hört auch die Freundschaft auf.“ [34]  Und schlieĂźlich sind auch Arbeiter und Angestellte in dem Umfang Kapitalisten, in dem sie Zinsen fĂĽr Sparguthaben beziehen oder Kleinaktionäre sind.    

   Das Geld- und Realkapital sowie die menschliche Arbeit bilden in Gesells Geld-, Urzins- und Kapitaltheorie einen unauflöslichen Gesamtzusammenhang, wobei der Charakter als zinstragendes Kapital vom Geld als dem „Urkapital“ aufgrund seiner Knappheit auf das Realkapital ĂĽbertragen wird. Vom Geldkapital abgeleitet, werden auch Produktionsmittel zu Instrumenten der Ausbeutung von menschlicher Arbeit. Die andauernde Schieflage des Kapitalmarktes, auf dem die Kapitalnachfrage das Kapitalangebot ĂĽbersteigt, verwandelt alle Produktionsmittel in zinstragende KapitalgĂĽter, wobei es unerheblich ist, ob sie sich im privaten, staatlichen, genossenschaftlichen, gewerkschaftlichen oder kirchlichen Eigentum befinden. [35]
      
â—Ź  SchlieĂźlich hatte Gesell auch keine Vorurteile gegenĂĽber jĂĽdischen Kaufleuten und Händlern. In seinem gesamten Werk gibt es keine einzige Aufforderung, Geschäfte mit Juden zu unterlassen oder nicht bei ihnen einzukaufen. [36]  Nirgendwo charakterisierte er den Handel an sich oder speziell den von Juden betriebenen Handel als ‚unproduktiv’. Unabhängig von ihrer Herkunft und Religion betrachtete er jĂĽdische wie nichtjĂĽdische Kaufleute und Händler unterschiedslos als Angehörige eines Berufsstandes, der seine „sozialen Aufgaben“ als ein die Menschen und Völker miteinander verbindender „ehrlicher Handel“ nur unzureichend erfĂĽllen kann, weil die ungerechte Einkommens- und Vermögensverteilung sowie der Wechsel von Inflation und Deflation den gesamten Handel zu einer „Spielbank“ machen. [37]

3.2    Banken, Börsen, Unternehmen und Handel nach einer Geld- und Bodenreform                                                                                               
[Ăśbersicht]

Nach einer die strukturelle Macht des Geldes überwindenden Geld- und Bodenreform sollen das Kapitalangebot und die Kapitalnachfrage bei einem Zinsniveau von nahe Null zum Augleich kommen, so dass sowohl das Geld als auch die Produktionsmittel ihren Kapitalcharakter verlieren und nur noch Hilfsmittel des Wirtschaftens sind. [38] In einer nachkapitalistischen Marktwirtschaft würden sowohl Banken und Börsen als auch Produktions- und Handelsunternehmen allmählich ihren Doppelcharakter als Dienstleistungsunternehmen und Machtgebilde ablegen und schließlich nur noch ihre für die Gesellschaft unverzichtbaren Funktionen erfüllen.

â—Ź  Im Laufe des Absinkens des Zinsniveaus verschwinden der „Urzins“ (Gesell) bzw. die Liquiditätsprämie“ (Keynes) und der Inflationsausgleich aus dem Zins. Etwas oberhalb von Null wĂĽrden sich die Marktzinssätze und die Grenzleistungsfähigkeit des Realkapitals um ein neues Gleichgewicht einpendeln, welches dann nur noch aus der BankvermittlungsgebĂĽhr und der Risikoprämie besteht. Banken könnten weiterhin in einer breiten Vielfalt von privaten, öffentlich-rechtlichen, genossenschaftlichen, gewerkschaftlichen und kirchlichen Rechtsformen ihre Aufgabe wahrnehmen, Ersparnisse auf dezentrale Weise in Investitionen zu lenken; aber sie könnten keine Macht mehr ĂĽber die ĂĽbrige Wirtschaft ausĂĽben, weil das Geld bei stetiger Zirkulation kaum noch Zeit hat, sich „auf Ruhebänken anzusammeln“. [39]  Auch eine weitere Konzentration von Geld und Produktionsmitteln wäre nicht mehr möglich.

â—Ź  Nach einer Geldreform wird „die alte Börsenherrlichkeit ein Ende nehmen“. Im Zuge einer Stabilisierung von Geldzirkulation und Kaufkraft der Währung sowie eines Absinkens des Zinsniveaus gegen Null wird „die Sonne am Himmel der Spekulation“ untergehen. Hinzu kommen die Auswirkungen einer Bodenreform, welche den Boden entkapitalisiert und der Spekulation entzieht. Die Kurse der Wertpapiere schwanken dann nur noch in einem so geringen Umfang, bei dem „differenzenschwangere“ Spekulationskäufe und –verkäufe sinnlos werden. Die Schaffung einer „Internationalen Valuta-Assoziation“, die Keynes in seinem „Bancor-Plan“ zu einer „International Clearing Union“ weiterentwickelte, wĂĽrde obenrein der Spekulation mit Devisen ihre Grundlage entziehen. [40] 
â—Ź  Sobald das Kapitalangebot und die Kapitalnachfrage bei einem Zinsniveau von nahe Null ins Gleichgewicht kommen, verlieren auch die Realkapitalien ihren Ausbeutungscharakter. Unternehmer ebenso wie Arbeiter schlĂĽpfen aus ihrer Doppelrolle, die sie gleichzeitig zu groĂźen und kleinen Kapitalisten gemacht hatte, und begegnen sich neu als gleichermaĂźen Arbeitende – aber nicht in der Form einer faschistischen Korporation wie der sog. Deutschen Arbeitsfont. An die Stelle der bislang hierarchisch organisierten Lohnarbeit kann eine neue egalitäre Balance von Arbeitgebern und Arbeitnehmern treten, welche auf der Grundlage eines vollen Arbeitsertrags neue Freiräume fĂĽr die Gestaltung der Arbeitswelt mit frei vereinbarten flexiblen Arbeitszeiten eröffnet: „Ich bin Individualist und lehne fĂĽr den Menschen jede Bevormundung durch andere Menschen ab. Die Selbstständigkeit, die Selbstverantwortung will ich verstärken“, schrieb Gesell in seiner MĂĽnchener Verteidigungsrede. „Keine Proletarier, nicht einen; keine Knechte, keine Herren! Alle diese Abhängigkeiten will ich auflösen und das Lohnverhältnis der Arbeiter zum Unternehmer durch Sicherung ihrer wirtschaftlichen Unterlagen, durch Auflösung der Arbeiterreservearmee zu einem gewöhnlichen Handelsvertrag gestalten, bei dem keinem der beiden Teile ein Ăśbergewicht verbleiben wird.“ [41]

   FĂĽr „Dichter, Naturforscher, Astronomen, Chemiker, Geistliche aller Religionen und Konfessionen, Schauspieler“, die lediglich eine materielle Basis fĂĽr ihre wissenschaftlichen und kĂĽnstlerischen Tätigkeiten suchen und davon durch eine unternehmerische Mitverantwortung nur abgehalten wĂĽrden, sollte es Möglichkeiten einer freiwilligen Teilzeit-Lohnarbeit geben. [42] Arbeiter sollten Möglichkeiten bekommen, entweder ihre Ersparnisse in Aktien der sie beschäftigenden Unternehmen anzulegen – „allerdings ohne von diesen Aktien dann noch mehr als die gewöhnlichen Abschreibungen erwarten zu dĂĽrfen“ – oder sich mit anderen vormaligen Lohnarbeitern in genossenschaftlichen Mitarbeiterunternehmen selbstständig zu machen. Entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten sollte es fĂĽr „Genossenschaften, fĂĽr kommunistische, anarchistische, sozialdemokratische Kolonien, fĂĽr kirchliche Gemeinden“ geben. [43] Im Laufe einer solchen Dezentralisierung der Produktionsmittel in unterschiedlichen Eigentumsformen wird kein jĂĽdisches Eigentum ‚arisiert’ und auch kein Eigentum von Kulaken und Unternehmern im Zuge einer „Expropriation der Expropriateure“ enteignet. Ausnahmslos allen Menschen soll die Geld- und Bodenreform zugute kommen, wobei niemandes Leben und Religionsfreiheit verletzt wird. Gemäß den ursprĂĽnglichen Idealen der Französischen Revolution soll die bĂĽrgerlich-kapitalistische Gesellschaft nach den Vorstellungen Gesells in eine nachkapitalistisch-bĂĽrgerliche Gesellschaft ĂĽbergehen, bis „der letzte Proletarier zur letzten Ruhe neben dem letzten Rentier bestattet“ ist. An die Stelle der hierarchischen Unterordnung von Kapital und Arbeit und dem Gegensatz von Reichtum und Armut soll eine egalitäre, auf „allgemeiner EbenbĂĽrtigkeit“ beruhende Gesellschaft der „Freien“ entstehen. Aus der „RĂĽckverwandlung des Proletariers in einen EigentĂĽmer seiner Produktionsmittel“ soll ein „stolzes Geschlecht freier und selbstständiger BĂĽrger“ hervorgehen. [44]
 
 â—Ź   Sobald als Folge einer Geldreform die Geldzirkulation verstetigt und die Kaufkraft der Währung stabilisiert wird, bekommt schlieĂźlich auch der Handel eine verlässlichere Kalkulationsgrundlage. Eine höhere Sicherheit der Absatzerwartungen lässt sowohl die Risiken des Handels und auch die bislang ĂĽberhöhten Handelsgewinnspannen sinken. [45] Unter diesen Umständen wird auĂźerdem die Tendenz zur fortschreitenden Monetarisierung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche umgekehrt, so dass sich neben den Märkten auch nicht mit Marktpreisen bewertete Tätigkeiten wie die Eigenarbeit oder die Nachbarschaftshilfe stärker entfalten können.

3.3     Gesell und seine Anhängerschaft während der 1920er Jahre

Während seiner Zugehörigkeit zur ersten Münchener Räterepublik im April 1919 arbeitete Gesell eng mit Gustav Landauer und anderen jüdischen Intellektuellen zusammen. Gemeinsam mit der Witwe von Kurt Eisner und Zensl Mühsam wollten sie einen „Sozialistischen Freiheitsbund“ gründen. Jedoch ließ sich dieses Vorhaben nach der brutalen Ermordung „unseres großen Bruders Landauer“ nicht mehr verwirklichen. [46]

   Trotz der Achtung Gesells vor dem Judentum sind durch die völkischen Lebensreformer Gustav Simons und Ernst Hunkel sowie durch einen Bergwerksdirektor Otto WeiĂźleder auch Vorurteile gegen Juden in die Geld- und Bodenreformbewegung eingedrungen. [47] Davon hat sich Gesell selbst jedoch nicht beeinflussen lassen. Während der 1920er Jahre gehörten weiterhin Juden und JĂĽdinnen wie Alfred Bader, Wilhelm Beckmann und Bertha Heimberg aus dem „Gewerkschaftsbund der Angestellten“ oder der Arzt Max Sternberg zu seinem Mitarbeiterkreis. Und in seinen Veröffentlichungen untermauerte er seine Geld- und Bodenreformvorschläge mit Hinweisen auf die mosaische Gesetzgebung, die das Land als Eigentum Gottes betrachtete und das Zinsnehmen verbot. [48]

   In einem Kommentar zu dem 1922 in deutscher Ăśbersetzung erschienen Buch „Der internationale Jude“ des antisemitisch eingestellten amerikanischen Autoindustriellen Henry Ford schrieb Gesell: „Dass die Juden das Geldwesen durchschauen und lenken lernten, erklärt sich historisch. Es sind gerade die Christen, die das ursprĂĽnglich anders orientierte Volk der Juden zum Geldhandel gezwungen haben. Im Mittelalter beanspruchten die Christen alle ehrlichen Handwerke und Berufe fĂĽr sich; der schmutzige und entehrende Beruf des Geldhändlers und Wechslers (Zinsverbot) wurde einzig den Juden ĂĽberlassen. … Nicht die Verruchtheit eines besonderen Volkes ist Schuld an der Gegenwart. Es ist die RĂĽckständigkeit der gesellschaftlichen Ordnung, die Barbarei der ganzen Menschheit. … Die Juden handelten nur als ebenbĂĽrtige Genossen der christlichen Landräuber Gould, Vanderbuilt, des Schuftes und Philantropen Morgan. Die Missetaten der Hochfinanz gliedern sich nicht in christliche und jĂĽdische; es ist unterschiedslos der Sieg des Mammonismus ĂĽber die Menschenseele. Nicht die Juden sind zu bekämpfen, sondern die Machtmittel, die in jĂĽdischen und christlichen Händen seit Jahrtausenden namenloses UnglĂĽck anrichten.“ [49]    

   Die Ăśberlegung des schweizerischen Lebensreformers Werner Zimmermann, Henry Ford um UnterstĂĽtzung bei der Suche nach einem amerikanischen Verlag fĂĽr die Ăśbersetzung der „NatĂĽrlichen Wirtschaftsordnung“ zu bitten, wies Gesell zurĂĽck: „Ich kann mir von diesem Ford nicht viel versprechen. Er ist Antisemit und das verträgt sich nicht recht mit dem Geiste, der zur Freiwirtschaft fĂĽhrt. Immerhin, viele Freiwirte, die anfänglich Antisemiten waren, haben dieser Besessenheit abgeschworen, weil sie sahen, dass sie ihr eigentliches Ziel ohne Antisemitismus erreichen konnten. Vielleicht wĂĽrde es Ford auch so ergehen. Die Freiwirtschaft zwingt bei allen Untersuchungen immer sich den Globus vor Augen zu halten. So wird man von vornherein zur universellen Betrachtung der Dinge gezwungen. Enger Chauvinismus und Patriotismus findet hier keinen Platz mehr.“ [50]

   Im Zusammenhang mit der restriktiven amerikanischen Einwanderungspolitik warnte Gesell 1925 vor einem „Ausrottungskrieg zwischen der weiĂźen und gelben Rasse“ als einem „entsetzlichen Drama“. [51]  Anlässlich der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund (1926) kritisiert er nochmals die rassistische Einwanderungspolitik der USA, „ausgerechnet der Amerikaner, die aus einer Kreuzung der verschiedensten Völker hervorgegangen sind“. Als neues Mitglied des Völkerbundes sollte Deutschland „wenigstens das erreichen, dass der Staat den nationalen ‚Fremdkörpern’ gegenĂĽber, den in der Diaspora lebenden Zigeunern, Deutschen und Juden, solche kulturelle Enthaltsamkeit ĂĽbe.“ Jegliche Einwanderungskontrollen sollten aufhören. „Jeder Deutsche, Zigeuner, Jude und Mongole zieht dahin, wo er glaubt, Vorteile zu finden. … Und nicht nur die Menschen gehen frei ein und aus, sondern auch ihre Produkte. … Die Rassen und Völker werden sich nicht mehr in geschlossenen Massen, als im Staate organisierte Massen gegenĂĽbertreten, sondern immer nur als Einzelmenschen. Und man weiĂź aus Erfahrung, wie viel mehr Achtung, Anstand, Menschenliebe und Verständnis der einzelne Mensch im Verkehr mit anderen, namentlich mit Fremden, entwickelt als der auf Gewalt und angemaĂźte Rechte pochende Staat. Verständnis, Achtung und Menschenliebe werden uns aber allein den Frieden bringen.“ [52]   

   Nach dem Krach an der New Yorker Börse vom Oktober 1929, mit dem die groĂźe Weltwirtschaftskrise begann, beklagte Gesell die in den Strukturen der kapitalistischen Geldwirtschaft angelegten Möglichkeiten fĂĽr Privatleute, zum eigenen Vorteil mit Spekulationsmanövern groĂźen Stils Störungen der Wirtschaft auszulösen, die fĂĽr viele Menschen Not und Elend bedeuten. Dabei betonte er ausdrĂĽcklich, dass „uns nicht weiter interessiert, wer hier die handelnden Personen waren.“ [53]   -

   Zum Zionismus und zum Siedeln von Juden in dem ihnen seit biblischer Zeit verheiĂźenen Land Palästina hat sich Gesell nicht mehr geäuĂźert – weder wohlwollend noch kritisch. [54]  Seine bodenreformerische Grundforderung, dass jeder Mensch „ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der Bildung und körperlichen Verfassung“ das elementare Menschenrecht haben solle, „dorthin ziehen zu können, wohin ihn sein Wille, sein Herz oder seine Gesundheit treibt“, schlieĂźt jedoch auch die Freiheit von Juden gleichermaĂźen wie von Arabern ein, im Bewusstsein der Tatsache, dass „wir alle Altangesessene dieser Erde sind“, in Palästina zu siedeln. [55]

   Da Theodor Herzl in seinem Buch „Der Judenstaat“ keine genaueren wirtschaftspolitischen Vorstellungen niedergelegt hatte, fiel dem jĂĽdischen Arzt und Soziologen Franz Oppenheimer die Rolle des „leitenden Volkswirts der zionistischen Bewegung“ zu. In seinem Vortrag auf dem 6. Zionistenkongress 1903 in Basel fĂĽhrte er Bodenreformgedanken in den Zionismus ein: „Selbstverständlich gehörten zu diesem Programm auch die GrundzĂĽge der sog. bodenreformerischen Politik: Grund und Boden nur als Dauerbesitz, aber nicht als frei veräuĂźerliches Eigentum auszugeben, um jede Spekulation damit unmöglich zu machen.“ Damit hatte Oppenheimer einen maĂźgeblichen Anteil an der Entstehung des JĂĽdischen Nationalfonds sowie der Kibbuz- und Moshavsiedlungen. Und „nach schweizerischem Vorbild“ wollte er „nicht nur ein tolerantes, sondern ein geradezu brĂĽderliches Verhältnis zu den Arabern“ aufbauen. [56]

   Aus der Perspektive der Geld- und Bodenreform hätte noch ein weiterer Hinweis auf die Bedeutung nahe gelegen, die -  ĂĽber die GrĂĽndung der JĂĽdischen Kolonialbank hinausgehend – auch die Einrichtung eines nachkapitalistischen Geldwesens fĂĽr den Aufbau eines gerecht geordneten Gemeinwesens in Palästina bekommen wĂĽrde. DafĂĽr fehlten zu jener Zeit freilich noch die erforderlichen staatlichen Strukturen.

   Auch Martin Buber ging es nicht nur um die Schaffung einer jĂĽdischen Nation, sondern darĂĽber hinaus um sozialreformerische Schritte auf „Pfaden nach Utopia“. [57]  Bei der RĂĽckkehr der in alle Welt verstreuten und verfolgten Juden nach Palästina sollte in Erinnerung an die mosaischen Gesetze ein Bewusstsein der „Gemeinschaft zwischen Mensch und Erdreich“ entstehen. Das JHWH gehörende Heilige Land sollte „Gemeinbesitz“ sein und von Menschen als „Gästen und Fremdlingen der Erde“ treuhänderisch verwaltet werden, um ihre Kultur nach nahezu zweitausendjähriger Diaspora durch eine Wiederverbindung mit der Erde und der Natur erneuern zu können. [58]

3.4     Geld- und Bodenreform während der NS-Zeit                              
[Ăśbersicht]

Nachdem sich die demokratischen Parteien der Weimarer Republik als unzugänglich für die wirtschaftspolitischen Vorschläge der Geld- und Bodenreformbewegung erwiesen hatten, organisierte sich ein Teil von ihr am 1. Mai 1933 neu in einem Roland-Bund. Obwohl der NS-Wirtschaftstheoretiker Gottfried Feder die „gefährliche Gesellsche Irrlehre“ seit langem bekämpfte [59] , gab sich dieser Roland-Bund bis zu seinem Verbot Ende Juni 1934 der trügerischen Hoffnung hin, NS-Spitzenfunktionäre dazu bewegen zu können, die programmatische Forderung einer „Brechung der Zinsknechtschaft“ mit den Mitteln einer Geldreform einzulösen. Der Roland-Bund rückte von Gesells internationalistischer Bodenreformforderung ab und ignorierte zudem, dass sich die demagogische Parole der NSDAP von der „Brechung der Zinsknechtschaft“ nur gegen das angeblich ‚raffende’ jüdische Kapital richtete und nicht gegen die strukturelle Macht des Geldes über alle Menschen. Deutlicher als diesem Teil von Gesells Anhängern war den Nationalsozialisten die Unvereinbarkeit ihrer „Brechung der Zinsknechtschaft“ mit einer Strukturreform des Geldwesens bewusst; deshalb verboten sie sowohl die Organisationen der Geld- und Bodenreformbewegung als auch jegliche Diskussion über Gesells Theorien innerhalb der NSDAP.

   Dessen ungeachtet konnte Otto Lautenbach danach noch bis in die Kriegszeit eine eigene Zeitschrift „Schule der Freiheit“ herausgeben. Aufgrund ihrer ideologischen Konzessionen an das NS-Regime stellt sie zusammen mit dem Buch „Männer gegen Gold“ von Hans Schumann (1943) ein finsteres Kapitel in der Geschichte der Geld- und Bodenreform dar. [60] 

3.5     Geld- und Bodenreform nach 1945

Aufgrund der Enttäuschungen, die die Verfechter einer Geld- und Bodenreform während der Weimarer Republik mit den damaligen Parteien erlebt hatten, bildeten sie nach 1945 eine eigene Radikalsoziale Freiheitspartei, die sich 1950 in Freisoziale Union umbenannte. Ihr Vorsitzender Richard Batz trat für eine „Rückgabe aller mit Hilfe des Nazi-Terrors geraubten oder erpressten Vermögenswerte an ihre rechtmäßigen Besitzer“ und die „strengste Unterbindung jeglicher Diffamierung bestimmter Rassen, Völker und Nationen“ ein. [61] Neben dieser Haltung zur NS-Diktatur und zum Holocaust bestand das Kernanliegen der RSF/FSU in der Forderung nach einem „Dritten Weg jenseits von Kapitalismus und Kommunismus“ als wirtschaftlicher Grundlage für ein wiedervereinigtes und zugleich entmilitarisiertes blockfreies Gesamtdeutschland. Ihr erneutes Bemühen um einen Dialog mit der Sozialdemokratie wies deren Wirtschaftsexperte Erik Nölting während des 1949er Bundestagswahlkampfes zurück. [62]

   Als der RSF-Vorstand nach dem Misserfolg bei der Bundestagswahl (knapp 1 % der Stimmen) zurĂĽcktrat und die Partei auseinander zu fallen drohte, geriet sie 1952 in die Hände von fĂĽhrenden Mitgliedern des frĂĽheren Roland-Bundes, die sogleich alle wichtigen Positionen besetzten und einen rechtsextremistischen Journalisten Theodor Reents zum Redakteur ihrer Wochenzeitung „Freisoziale Presse“ machten. Die Kehrtwende der FSU nach rechts fĂĽhrte zu heftigen inneren Kontroversen und zum Austritt von rund 3000 der anfangs rund 5000 Mitglieder. Da die FSU nach diesem Aderlass und auch aufgrund der 5%-Klausel keinerlei Chance mehr hatte, bei der nächsten Bundestagswahl 1953 zu parlamentarischem Einfluss zu gelangen, strebte sie zunächst ein WahlbĂĽndnis mit der Gesamtdeutschen Volkspartei an. Als dieses WahlbĂĽndnis kurz vor der Bundestagswahl zerbrach, wandte sie sich rechtsextremen Gruppierungen und Parteien wie der Deutsch-Sozialen Union Otto Strassers zu. Aus der 1952 verbotenen NSDAP-Nachfolgerin Sozialistische Reichspartei nahm sie Mitglieder auf wie zum Beispiel Ferdinand Böttger, der später ihr Generalsekretär wurde. Mit Wahlergebnissen von 0 bis 0,1 % fristete die FSU fortan nur noch ein Dasein am Rande der Nichtexistenz. Wegen antisemitischer Ă„uĂźerungen in der „Freisozialen Presse“ wurde Reents schlieĂźlich rechtskräftig verurteilt. [63] 

   Dieses zweite dunkle Kapitel in der Geschichte der Geld- und Bodenreform hat ihrer weiteren Entwicklung schweren Schaden zugefĂĽgt. In den Ăśberresten der FSU setzte um 1960 eine RĂĽckbesinnung auf ihre ursprĂĽnglich kosmopolitische soziale Programmatik ein, die vorläufig aber noch von ihrem rechten FlĂĽgel bekämpft wurde. Treibende Kräfte der Hinwendung zu wahrhaftigeren Formen der Vergangenheitsbewältigung und des Umgangs mit dem Holocaust und seinen Folgen fĂĽr die Gegenwart waren vor allem Walter MorĂ© und Heinz-Peter Neumann. [64] 

   In einem Bericht ĂĽber eine Reise nach Israel trat das FSU-Mitglied Georg Otto 1964 dem Eindruck eine Diskriminierung von Arabern durch Israelis entgegen: „Nirgendwo im Nahen Osten – ausgenommen vielleicht im Libanon – leben die Araber besser als in Israel.“ In Anbetracht der feindseiligen Haltung arabischer Nachbarländer zu Israel machte Georg Otto den Vorschlag, den RĂĽstungsetat der Bundesrepublik Deutschland in Höhe von jährlich rund 20 Mrd. DM in einen „Grundstock fĂĽr einen Weltfonds zur Herstellung des Friedens“ im Nahen Osten umzuwandeln. Dieser „Weltfonds“ sollte sowohl Israel als auch seinen arabischen Nachbarn zugute kommen. Die Araber sollten in die Lage versetzt werden, sich „aus Jahrhunderte langer Armut zu befreien und die Ziele des arabischen Sozialismus zu verwirklichen.“ [65]

   Im Sechs-Tage-Krieg vom Juni 1967 sah Werner Zimmermann eine „Notwehr“-Reaktion Israels auf das Versagen der Vereinten Nationen. Er hoffte, dass es in Israel und seinen arabischen Nachbarländern anschlieĂźend zu einer „echten Versöhnung“ auf der Basis einer „Umwandlung der Sozialordnung durch dienendes Geld und soziales Bodenrecht“ komme. [66]    

   Seit der Mitte der 1960er Jahre verschoben sich die Gewichte innerhalb der Geld- und Bodenreformbewegung in mehr oder weniger deutlicher Abgrenzung zur FSU zur ĂĽberparteilichen Bildungsarbeit des Seminars fĂĽr freiheitliche Ordnung (SffO), der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft (SG), der Initiative fĂĽr NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung (INWO) und der Christen fĂĽr gerechte Wirtschaftsordnung (CGW). Ein schwerer RĂĽckschlag fĂĽr den allmählichen Wandel waren jedoch antisemitische Vorurteile des Wirtschaftsprofessors Felix Binn. Auf ihn richteten sich Hoffnungen auf eine wissenschaftliche Neuformulierung der Geldreform als Alternative sowohl zur keynesianischen Nachfragepolitik als auch zur monetaristischen Angebotspolitik. Jedoch wurde sichtbar, dass Binn auch Vorurteile gegenĂĽber Milton Friedman als „jĂĽdischen US-BĂĽrger“ hatte. Zweimal bezog er sich auf Verschwörungstheorien. Nach internen Konflikten zog sich Binn 1983 ganz aus der Geld- und Bodenreformbewegung zurĂĽck. [67]

   Vor allem die Arbeiten von Roland Geitmann (CGW) haben dazu beigetragen, dass die Geld- und Bodenreformbewegung seit den späten 1980er Jahren ihre von Gesell bereits vorgezeichnete vorurteilsfreie Einstellung gegenĂĽber dem Judentum erneuern und festigen konnte. [68]  Gerhard Senft zog eine klare Grenzlinie zum „Antikapitalismus von rechts“ [69] und auch nach Ansicht von Bernard Lietaer war es immer wieder eine verfehlte, Krisen auslösende Wirtschaftspolitik der Regierungen, welche „kollektive Ă„ngste und Projektionen“ auslöste. In unterschiedlichem AusmaĂź schuf sie eine die Demokratie zerstörende und letztlich zu Kriegen fĂĽhrende „explosive soziale Mischung“ als „soziopolitischen Nährboden“, auf dem „nationalistische FĂĽhrer und gewissenlose Demagogen aufbauen konnten“, um wie bis 1945 die „jĂĽdische Minderheit in Deutschland“ zu verfolgen und zu ermorden oder wie während der 1990er Jahre auf dem Balkan ‚ethnische Säuberungen’ zu betreiben. [70]

   In ihrem ökonomischen Kernbereich hat sich die neuere Geld- und Bodenreformbewegung bewusst auf die Kritik an der strukturellen Macht des Geldes konzentriert und sie gerade nicht im Sinne antisemitischer Stereotype personalisiert. Insofern ist sie dem Antisemitismus entgegengesetzt. AuĂźerdem hat sie keine systematische Kritik an der von der strukturellen Macht des Geldes abgeleiteten Macht von Banken, Börsen und Unternehmen entwickelt. Mit Ausnahme ihrer Forderung nach einer öffentlichen Verwaltung des Geldwesens ist die Geld- und Bodenreform zu keiner Zeit – anders als Nationalsozialismus und Kommunismus – fĂĽr eine Verstaatlichung der privaten Geschäftsbanken eingetreten. Kontrovers diskutiert wird zwar bis in die jĂĽngste Vergangenheit, ob die privaten Geschäftsbanken die Möglichkeit haben, Kredite ‚aus dem Nichts zu schöpfen’ und sich damit eine Seignorage anzueignen, und wie damit gegebenenfalls umzugehen wäre. [71]  Daneben fand aber innerhalb der Geld- und Bodenreform – anders als bei Sozialdemokraten und Gewerkschaften und selbst in Bankenkreisen [72] – kaum eine Diskussion ĂĽber die Macht statt, welche die Banken ĂĽber Firmenbeteiligungen und Aufsichtsratmandate ausĂĽben. Helmut Creutz stellte diese Macht der Banken durchaus nicht in Abrede; er verwies aber darauf, dass sie weitgehend von den Kundeneinlagen abgeleitet, also „geliehen“ ist, „denn das Eigenkapital der Banken ĂĽbersteigt nur selten jenen Bruchteil der Kreditmasse, die von der Bankenaufsicht zum Ausgleich des Risikos vorgeschrieben ist. AuĂźerdem ist dieses Eigenkapital in fast der Hälfte aller Fälle in den Händen öffentlich-rechtlicher bzw genossenschaftlicher Organisationen. Und bei den privaten GroĂźbanken verteilt es sich oft auf Hunderttausende von Aktionären.“ Alles in allem „sind die Banken zwischen Geldgebern und Kreditnehmern eingebunden“ und auf beide Seiten angewiesen. [73] 

   Eine Diskussion ĂĽber die Macht, die die Banken dabei durchaus haben, unterblieb möglicherweise, weil die Formen von Bankenmacht als von der strukturellen Macht des Geldes abgeleitete sekundäre Phänomene aufgefasst wurden, die als Folge einer Geldreform von selbst aufhören werden zu existieren. Gleichwohl hätten diese sekundären Formen wirtschaftlicher Macht noch mehr Aufmerksamkeit verdient. [74] Auswirkungen einer Geld- und Bodenreform auf die Arbeitswelt im Sinne einer Einebnung betrieblicher Hierarchien und einer „Begegnung unter Gleichen“ hat in neuerer Zeit Fritz Andres dargestellt und damit eine noch andauernde Diskussion in Gang gebracht. [75]

   Bernhard Vogt richtete den Blick der Geld- und Bodenreformbewegung auf Israel, indem er an den Einfluss bodenreformerischer Gedanken auf die zionistische Siedlungsbewegung erinnerte und einen Ăśberblick ĂĽber die Entwicklung und aktuelle Lage der Bodenpolitik in Israel gab. [76]  Und in jĂĽngster Vergangenheit knĂĽpft auch Thomas Ruster an die Ăśberlieferungen der Tora und des Talmud an, um der (Pseudo-)Religion des ‚neoliberalen’ Kapitalismus entgegenzutreten. „Die RĂĽckwendung zur biblischen Leitunterscheidung Gott/Götter bedeutet zugleich eine Wiederentdeckung der Tora als dem Gesetz des Lebens. Exemplarisch kann man auf die Bedeutung des Zinsverbots als Mittel gegen den mörderischen Wachstumszwang der Wirtschaft verweisen.“ [77] 

   Das Wissen um die Boden- sowie Geld- und Zinsproblematik  ist letztlich ein Kernelement aller drei Abrahamsreligionen des Judentums, des Christentums und des Islams, dessen Lösung sich im Sinne von Lessings „Nathan der Weise“ vielleicht einmal als ein Ring erweisen könnte, der sie alle wieder friedlich miteinander verbindet. Als Beitrag zur Lösung des Nahostkonflikts versteht sich schlieĂźlich auch der Vorschlag von Fritz Andres, eine israelisch-palästinensische „Wassergemeinschaft“ zu institutionalisieren. [78]

4     ResĂĽmĂ©                                                                                                
[Ăśbersicht]

Anhand von Originalquellen lässt sich zeigen, dass Silvio Gesells Kritik am kapitalistischen Geldwesen sich nicht gegen die Juden richtete. Abgesehen von zwei fragwürdigen Äußerungen aus seinen Frühschriften (1891/92) und aus seinem Hauptwerk (1916/20) zieht sich eine respektvolle Einstellung zu Juden durch sein Werk. Mit der Entpersonalisierung der Geld- und Zinsproblematik und ihrer Interpretation als ein alle Menschen gleichermaßen betreffendes Problem geldwirtschaftlicher Strukturen leistete Gesell letztlich sogar einen Beitrag zur Entlastung der Juden von dem absurden Vorwurf, die Gesellschaft beherrschen zu wollen. Insofern wäre es die Geld- und Bodenreform wert, von der Antisemitismusforschung beachtet zu werden.

   FĂĽr unbestreitbare Verfehlungen von Teilen seiner Anhängerschaft während der Weimarer Republik, der NS-Herrschaft und nach 1945 kann man Gesell nicht verantwortlich machen. Diese Verfehlungen bedĂĽrfen allerdings noch ihrer detaillierten kritischen Aufarbeitung – auch um die latente Gefahr erneuter Entgleisungen zu bannen. Je länger die Wissenschaften und die die Gesellschaft tragenden politischen Kräfte die Geld- und Bodenreformansätze nicht aufgreifen und nicht beginnen, ihre historischen Schattenseiten aufzuarbeiten und ihren eigentlichen Kern weiterzuentwickeln, desto größer könnte auch die Gefahr werden, dass sie erneut in die falschen Hände rechtsextremistischer Ideologen geraten.

   Gesells Kritik an der strukturellen Macht des Geldes könnte in einer weiterentwickelten Form die Problematik der Macht in Wirtschaft und Politik noch tiefer ausleuchten als andere Ansätze der Kritik an der Macht von Banken, Börsen und Unternehmen, die dieses Problemfeld zum Teil mit einer absurden „ideologischen Gespensterszenerie“ zu einem gefährlich verminten Gelände gemacht haben. [79]  Gewiss ist die Problematik des Geldes ein ‚heiĂźes Eisen’, das aufgrund leidvoller Erfahrungen mit antisemitischen Scheinlösungen begreiflicherweise BerĂĽhrungsängste weckt. Sie deshalb zu umgehen und zu tabuisieren, trägt aber mehr zur Zementierung gesellschaftlicher Grundkonflikte als zu deren Lösung bei. Vielleicht könnte Gesells Denkansatz den bisherigen, unter anderem von Max Weber, Hannah Arendt oder Niklas Luhmann  unternommenen Annäherungen an das Phänomen ‚Macht’ einen neuen Blickwinkel fĂĽr weitere seriöse Untersuchungen eröffnen – bevor die strukturelle Macht des Geldes die Gesellschaft noch mehr in Arme und Reiche spaltet und damit einen neuen Nährboden fĂĽr die Ausbreitung rechtsextremer Ideologien und Gewalttaten schafft. [80] 
                                                                                                                       [Ăśbersicht]


Anmerkungen

1
Elmar Altvater, Eine andere Welt mit welchem Geld? , in: Attac Deutschland (Hg.): Globalisierungskritik und Antisemitismus: Zur Antisemitismusdiskussion in Attac, Frankfurt: Selbstverlag, S. 24 – 34. -  Peter Bierl, Schwundgeld, Menschenzucht und Antisemitismus: Die Tauschringe, die Lehre von Silvio Gesell und die Antiglobalisierungsbewegung, auf:
www.rote-ruhr-uni.com/texte/bierl_tauschringe.pdf, Zugriff: 12.6.2004.

2 Werner Onken, Repliken zu Elmar Altvater:
http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_6a/basisinfo_6a.html,
Peter Bierl:
http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_6b/basisinfo_6b.html
und zum IDGR-Lexikon:
http://www.silvio-gesell.de/html/onken__igdr-lexikon.html

3
http://hagalil.com/archiv/2006/11/hbs.htm

4 Vgl. hierzu die in Anm. 1 genannten Veröffentlichungen von Elmar Altvater und Peter Bierl. – Moishe Postone, Nationalsozialismus und Antisemitismus, in: Kritik & Krise Nr. 4-5/1991. – Robert Kurz, Zur Politischen Ökonomie des Antisemitismus – Die Verkleinbürgerung der Postmoderne und die Wiederkehr der Geldutopie von Silvio Gesell, in: Krisis - Beiträge zur Kritik der Warengesellschaft Bd. 16-17/1995, S. 177 – 218.

5
http://hagalil.com/archiv/2006/11/hbs.htm - Die unsachliche Polemik im Offenen Brief von Peter Bierl u.a. an die Hans-Böckler-Stiftung lassen Formulierungen wie diejenigen erkennen, wonach „obskure Gruppen … Stimmung gegen ‚das Geld’ und ‚den Zins’ machen“ und gemäß einem in Gewerkschaftskreisen bekannten „kleinbürgerlichen Schema gleichzeitig Mittelstandsunternehmern Honig ums Maul schmieren.“

6 Marx nannte den „israelitischen Glauben widerlich“. Vgl. dazu die Studie von Edmund Silberner, Sozialisten zur Judenfrage – Ein Beitrag zur Geschichte des Sozialismus vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis 1914. Berlin 1962, S. 116.

7 Karl Marx, Zur Judenfrage (1843), in: Marx-Engels-Werke Band 1, Berlin 1974, S. 372 – 377. - Weitere Belege für antisemitische Vorurteile von Marx finden sich im Kap. 8 der Studie von Silberner (wie Anm. 3), S. 107 – 142.

8 Karl Marx und Friedrich Engels, Die Heilige Familie (1845), in: Marx-Engels-Werke Band 2, Berlin 1969, S. 115 – 116. – Zum Umgang mit dem Antisemitismus in Marx’ Frühschriften im späteren Marxismus vgl. Wolfgang Fritz Haug, Antisemitismus in marxistischer Sicht, in: Herbert Strauss und Norbert Kampe (Hg.), Antisemitismus – Von der Judenfeindschaft zum Holocaust, Bonn 1985/1988, S. 234 – 255.

9 Karl Marx, Das Kapital Band 1 (1867), in: Marx-Engels-Werke Band 23, Berlin 1969, S. 169.

10 Karl Marx, Brief an Friedrich Engels vom 30. Juli 1862, in: MEW Band 30, Berlin 1964, S. 257.

11 Edmund Silberner, Sozialisten zur Judenfrage (wie Anm. 3), S. 135 – 136. In seinem Roman „Rom und Jerusalem“ (1862) hatte Moses Hess den späteren Zionismus vorgedacht. Näheres bei Yehuda Eloni, Zionismus in Deutschland – Von den Anfängen bis 1914, Gerlingen 1987, S. 29 – 35.

12 Edmund Silberner, Sozialisten zur Judenfrage (wie Anm. 3), S. 143 – 159,hier: S. 147.

13   Friedrich Engels, Zweite Auflage zur 1892 in London erschienenden „Lage der arbeitenden Klasse in England“, zitiert nach Edmund Silberner, Sozialisten zur Judenfrage (wie Anm. 3), S. 154 – 155.

14   August Bebel, Sozialdemokratie und Antisemitismus, zitiert nach Edmund Silberner (wie Anm. 3), S. 204. -  Franz Mehring in: Neue Zeit 11. Jg. (1892/93), S. 364. -  Wilhelm Liebknecht, Rede ĂĽber den Kölner Parteitag, Bielefeld 1893, S. 28.

15   Edmund Silberner, Kommunisten zur Judenfrage – Zur Geschichte von Theorie und Praxis des Kommunismus, Opladen 1983, S. 64.

16   Silberner verweist auf Bernsteins Aufsatz „Das jĂĽdische Heim in Palästina“ in der New Yorker jiddischen Zeitschrift „Zukunft“ und auf einen weiteren Aufsatz im „Vorwärts“, in dem sich Bernstein fĂĽr eine völkerrechtlich garantierte, auf friedlicher Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden beruhende jĂĽdische Nation aussprach. (Edmund Silberner, Sozialisten zur Judenfrage, wie Anm. 3, S. 219 – 220)

17 Karl Kautsky, Rasse und Judentum (1914), Stuttgart 2. Aufl. 1921, S. 93 – 94.

18   Franz Mehring, Geschichte der deutschen Sozialdemokratie, Berlin 12. Aufl. 1922, Band 4, S. 98. Vgl. auch einen Aufsatz von Mehring, Anti- und Philosemitisches, in: Neue Zeit 9. Jg. (1890/91), S. 587. - Eduard Bernstein in: Zukunft 26. Jg. (1921), S. 146 und 152.

19 Vgl. Edmund Silberner, Kommunisten zur Judenfrage (wie Anm. 18), S. 59 – 60, 64 - 66 und 312.

20 Edmund Silberner, Kommunisten zur Judenfrage (wie Anm. 18), S. 72 – 93, hier: S. 74, 81 und 92, . S. 103, 312 – 313 (Lenin) sowie S. 118 – 135, hier: S. 119 und 126. (Stalin)

21   Edmund Silberner, Kommunisten zur Judenfrage (wie Anm. 18), S. 134 – 135 und 314.

22 Silvio Gesell (= SG), Nervus rerum (1892), in: SGW Band 1, S. 140 – 141.

23 SG, Aktive Währungspolitik (1909), in: SGW Band 5, S. 123 – 124. – Vgl. eine Parallelstelle in: Das Reichswährungsamt (1920), in: Band 12, S. 62.

24 SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 269.   Dieselbe problematische Ă„uĂźerung war auch schon in der ersten Auflage von Gesells Hauptwerk enthalten, in: Band 9, S. 154.

25   SG, Die Verwirklichung des Rechts auf den vollen Arbeitsertrag durch die Geld- und Bodenreform (1906), in: Band 4, S. 238 -286; ĂĽbernommen in die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung (1916), in: Band 11, S. 324 – 372. Vgl. auch Werner Onken, Der Zins als Angelpunkt von Wirtschaft und Moral (1994)
http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_7/basisinfo_7.html

26 Vgl. hierzu Michael Hagemeister, Die ‚Protokolle der Weisen von Zion’ und der Basler Zionistenkongress von 1897, in: Heiko Haumann (Hg.), Der Traum von Israel – Die UrsprĂĽnge des modernen Zionismus. Weinheim 1998, S. 250 – 273. - Michael Hagemeister, Der Mythos der ‚Protokolle der Weisen von Zion’, in: Ute Caumanns und Mathias Niendorf (Hg.), Verschwörungstheorien: Anthropologische Konstanten – historische Varianten. OsnabrĂĽck 2001, S. 89 – 101. -  Michael Hagemeister, „Die Protokolle der Weisen von Zion“ – eine Anti-Utopie oder der GroĂźe Plan in der Geschichte?, in: Helmut Reinalter (Hg.), Verschwörungstheorien: Theorie – Geschichte – Wirkung. Innsbruck 2002, S. 45 – 57. – Eduard Gugenberger, Franko Petri und Roman Schweidlenka, Weltverschwörungstheorien – Die neue Gefahr von rechts, Wien 1998, S. 101 – 120.

27   SG, Vorwort zur 2. Auflage von „Aktive Währungspolitik“ (1921), in: Band 12, S. 319. – Der verblĂĽffte Philantrop (1921), in: Band 13, S. 181 – 184. - Denkschrift fĂĽr die Deutschen Gewerkschaften zum Gebrauch bei ihren Aktionen in der Frage der Währung, der Valuta und der Reparationen (1922), in: Band 13, S. 194 – 195 und 214 und 225. -  Das EhrgefĂĽhl der Dickhäuter (1922), in: Band 14, S. 134. - Unser Genueser Programm und die Goldwährung (1922), in: Band 14, S. 162.

28   In einem Brief an seinen Mitarbeiter Georg Blumenthal vom 31.10.1920 berichtete Gesell von einem Aufsatz, in dem „die ganze Borniertheit Feders“ zum Ausdruck komme (in: Band 18, S. 222).

29   Zu antisemitischen Ă„uĂźerungen Proudhons vgl. Edmund Silberner, S. 56 – 64. -  Nachdem Gesell Proudhons berĂĽhmte Schrift „Was ist das Eigentum?“ (1844) und MĂĽlbergers Proudhon-Biografie gelesen hatte, erkannte er Proudhon als „groĂźen Franzosen“ und „hellsten Kopf unter den Sozialisten“ an, der „als erster die Kapitalnatur des Geldes richtig erkannt“ habe. (Band 4, S. 151 – 154, 276 – 277; Band 6, S. 187 – 188; Band 13, S. 370 – 373). Ob Gesell auch die von Silberner als Quellen von Proudhons antisemitischen Ă„uĂźerungen angefĂĽhrten Schriften gekannt hat, ist ungewiss. Jedenfalls hat er sich darauf weder zustimmend noch kritisch bezogen. -  Zu Major Douglas und Arthur Kitson vgl. die Einträge im Internetlexikon Wikipedia und die dort angegebene Literatur, insbesondere Bob Hesketh, Major Douglas and Alberta Social Credit, Toronto 1997.

30 SG, Die Verstaatlichung des Geldes (1892), in: Band 1, S. 204.

31 SG, Morganatische Panik (1912), in: Band 7, S. 112 – 118. - Pierpont Morgan †, in: Band 7, S. 247 – 249. - Wie Marx und Engels ĂĽber das Geld urteilen (1918), in: Band 10, S. 192. -  Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 272. - Verteidigungsrede (1920), in: Band 12, S. 27 – 30. -  Die Rentenmark, die Goldnoten und ihre Zukunft (1924)), in: Band 15, S. 147.

32   SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 267 – 272. - Denkschrift fĂĽr die Deutschen Gewerkschaften zum Gebrauch bei ihren Aktionen in der Frage der Währung, der Valuta und der Reparationen (1922), in: Band 13, S. 224 – 225.

33 SG, Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld (1920), in: Band 11, S. 324 – 360 (Urzins- und Kapitaltheorie) sowie S. 9 – 13 (Definition des Arbeiters).

34 SG, Brief an Fritz Schwarz vom 2./13.7.1917, in: Band 18, S. 149. -  Vgl. auch: Die physiokratische Lohntheorie, in: Band 7, S. 85.

35 SG, Die Natürliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 338 – 341.

36 Das Geschäft seiner BrĂĽder Paul und Roman, in denen Gesell Anfang der 1880er Jahre den Beruf des Kaufmanns erlernte, lag in Berlin in der Oranienburger StraĂźe und danach in der Rathenower StraĂźe -  also nicht sehr weit entfernt von Banken und Geschäften mit jĂĽdischen Inhabern.  

37   SG, Aktive Währungspolitik (1909), in: Band 5, S. 141. –  Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 245 und 284.

38 SG, Die Natürliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 340 – 361. – Band 16, S. 298 – 299.

39   SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 259 – 260.

40   SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 271. – Verteidigungsrede (1920), in: Band 12, S. 27 – 28. – Internationale Valuta-Assoziation (1920), in: Band 12, S. 149 – 190. – John Maynard Keynes, Vorschläge fĂĽr die GrĂĽndung einer Internationalen Clearing Union (1943), in: Stefan Leber (Hg.), Wesen und Funktion des Geldes – Zahlen, Leihen und Schenken im volkswirtschaftlichen Prozess, Stuttgart 1989, S. 323 – 349.

41   SG, Nervus rerum (1892), in: Band 1, S. 134 – 135 (Bemerkung zum Achtstundentag). – Verteidigungsrede (1919),in: Band 12. S. 35.

42   SG, Der abgebaute Staat (1927; ein in anderer Hinsicht sehr problematisches Buch), in: Band 16, S. 298 – 300.   

43 SG, Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung – Zweite Denkschrift an die Deutschen Gewerkschaften zum Gebrauch bei ihren Aktionen gegen den Kapitalismus (1922), in: Band 13, S. 396 – 397. – Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 72. -  Vgl. hierzu auch John Maynard Keynes, Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes (1935), Berlin 1976, S. 182 - 185: „Wenn ich recht habe in meiner Annahme, dass es verhältnismäßig leicht sein sollte, KapitalgĂĽter so reichlich zu machen, dass die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals Null ist, mag dies der vernĂĽnftigste Weg sein, um allmählich die verschiedenen anstößigen Formen des Kapitalismus loszuwerden. Denn ein wenig Ăśberlegung wird zeigen, was fĂĽr gewaltige gesellschaftliche Ă„nderungen sich aus einem allmählichen Verschwinden eines Verdienstsatzes auf angehäuftem Reichtum ergeben wĂĽrden. Es wĂĽrde einem Menschen immer noch freistehen, sein verdientes Einkommen anzuhäufen mit der Absicht, es an einem späteren Zeitpunkt auszugeben. Aber seine Anhäufung wĂĽrde nicht wachsen.“

44 SG, Die Natürliche Wirtschaftsordnung (1920), in: Band 11, S. 84, 226 und 255. - Die Aussichten für den Wiederaufbau der kapitalistischen Ordnung (1921), in: Band 13, S. 135. – Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung – Zweite Denkschriften an die Deutschen Gewerkschaften zum Gebrauch bei ihren Aktionen gegen den Kapitalismus (1922), in: Band 13, S. 397.

45 SG, Der Schatz der Konsumgenossenschaftler und seine Hebung durch das physiokratische Geldwesen, in: Band 8, S. 313. - Die Natürliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 245, 273 und 360. – Band 12, S. 196 – 199 und 365 – 366.

46   SG, Sozialistischer Freiheits-Bund, in: Band 10, S. 302 – 305. – Verteidigungsrede, in: Band 12, S. 24. – Der NS-Programmatiker Gottfried Feder kritisierte einige Jahre später, dass Gesell „in den schlimmsten Zeiten der MĂĽnchener Räterepublik zu den höchst problematischen Existenzen gehört“ und „mit den damaligen jĂĽdischen Bluthunden gemeinsame Sache gemacht“ habe; in: Der deutsche Staat auf nationaler und sozialer Grundlage, MĂĽnchen 1923, S. 171.

47   Der völkische Lebensreformer Gustav Simons war 1904 einer der drei ersten Abonnenten von Gesells Zeitschrift „Die Geld- und Bodenreform“ und brachte ihn mit der bodenreformerischen Genossenschaftssiedlung Eden bei Oranienburg in Verbindung. WeiĂźleder war Direktor der Mansfelder Bergwerke in Eisleben und unterhielt Verbindungen zum völkischen „Alldeutschen Verband“. 1923 schied er aus dem Freiwirtschaftsbund aus und grĂĽndete ein Jahr später in ThĂĽringen einen eigenen „Bund fĂĽr krisenlose Volkswirtschaft“ als Sammelbecken fĂĽr die rechts vom FWB stehenden völkisch-antisemitischen Anhänger der Geldreform -  ohne Bodenreform, weil der BfkV deren internationalistische Ausrichtung ablehnte. Vgl. hierzu GĂĽnter Bartsch, Die NWO-Bewegung Silvio Gesells 1891 – 1992/93. LĂĽtjenburg 1994, S. 58 - 69. – Werner Onken, NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung unter dem Hakenkreuz – Anpassung und Widerstand, LĂĽtjenburg 1997, S. 9 – 12.

48   SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung, in: Band 11, S. 374 – 375. - Die Verteidigung des Kapitalzinses durch den Pater von Nell-Breuning (1925), in: Band 15, S. 351 – 361.

49 SG, Ford und die Juden (1923), in: SGW Band 14, S. 400. 

50   Brief Gesells an seinen damals in den USA lebenden Sohn Carlos und dessen Frau Martha vom 8.2.1923, in: Band 18, S. 265. - Korrespondenzen zwischen Gesell und Zimmermann sind nicht erhalten geblieben.

51   SG, Ist das Erbe des Kolumbus noch sicher in den Händen der Monroekaner? (1925), in: Band 15. S. 199 und 245 – 249.

52   SG, Wie wir Deutschland im Völkerbund vertreten wĂĽrden (1926), in: Band 16, S. 97 – 101.

53   SG, Die Wallstreet im August 1907 und im Oktober 1929, in: Band 17, S.  208 und 212.

54   Es blieb bei einer einzigen nebensächlichen Ă„uĂźerung Gesells zum Zionismus aus dem Jahr 1902, in: Band 3, S. 129: „FĂĽr den Katholiken ist Rom der Mittelpunkt seines geistigen Vaterlandes, fĂĽr den Zionisten ist es Jerusalem, fĂĽr den Biertrinker MĂĽnchen. Der Kapitalist hat sein Vaterland in der Gegenwart, der Sozialist verlegt es in die Zukunft und der Adel in die Vergangenheit.“ - Zum Zionismus vgl. Amnon Rubinstein, Geschichte des Zionismus – Von Theodor Herzl bis heute, MĂĽnchen 2001. -  Martin Gilbert, Das JĂĽdische Jahrhundert, MĂĽnchen 2001, S. 12 – 61 und 100 – 145.

55 SG, Die NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld, in: Band 11, S. 72.

56   Franz Oppenheimer, Erlebtes – Erstrebtes - Erreichtes -  Lebenserinnerungen, DĂĽsseldorf 1964, S. 213 – 215 sowie S. 281 – 296 mit einer Dokumentation von Oppenheimers Rede auf dem 6. Zionistenkongress 1903 in Basel „Der Aufbau einer jĂĽdischen Genossenschaftssiedlung in Palästina“. – Julius Schoeps, Theodor Herzl – Wegbereiter des politischen Zionismus, Göttingen und ZĂĽrich 1975. – Yehuda Eloni, Zionismus in Deutschland – Von den Anfängen bis 1914, Gerlingen 1987, S. 250 – 261, 359 – 376.

57 Martin Buber, Pfade in Utopia – Über Gemeinschaft und deren Verwirklichung (1947/1950), Heidelberg 1985. Buber knüpfte u.a. auf andere Weise als Gesell an Proudhon an, ohne dessen antisemitische Äußerungen wahrzunehmen (S. 56 – 77), außerdem an Gustav Landauer (S. 91 – 109 und S. 315 – 348) und schließlich auch an den religiösen Sozialismus von Leonhard Ragaz (S. 367 – 382).
 
58 Martin Buber, Israel und Palästina (1950), MĂĽnchen 1968, S. 26 – 29, 121, 125 und 160. - Zum JĂĽdischen Nationalfonds vgl. Efraim Orni, Bodenreform und sozialer Fortschritt in Israel, Jerusalem 1973. -  Zur Kibbuz-Bewegung vgl. Christiane Busch-LĂĽthi, Leben und Arbeiten im Kibbuz -  Aktuelle Lehren aus einem achtzigjährigen Experiment, Köln 1989.

59 Gottfried Feder, Propheten und Schwarmgeister, in: Völkischer Beobachter vom 27.10.1923. Vgl. auch die Anmerkungen 27 und 45.

60   Näheres bei Werner Onken, NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung unter dem Hakenkreuz, LĂĽtjenburg 1997, S. 23 – 27 und 39 – 43.

61 Richard Batz, Das freiwirtschaftliche Manifest, Lüdenscheid o.J. (1947/48), S. 13 – 14.

62   Vgl. Richard Stöss, Die Freisoziale Union, in: ders. (Hg.), Parteien-Handbuch. Die Parteien der Bundesrepublik Deutschland 1945 – 1980 Band 2, Opladen 1984, S. 1397 – 1423. - Dirk van den Boom, Politik diesseits der Macht? - Zu Einfluss, Funktion und Stellung von Kleinparteien im politischen System der Bundesrepublik Deutschland, Opladen 1999, S. 150 - 159. Trotz bedenklicher Rechtstendenzen der FSU hielt van den Boom eine „weitergehende Einordnung der Programmatik ins rechte Lager aber fĂĽr problematisch.“ (S. 159) - Erik Nölting, Die Wirtschaftspolitik und das Geldproblem, Hannover 1948. Ein Textauszug hierzu ist einsehbar auf
http://www.silvio-gesell.de/html/okonomen_uber__gesell.html

63   Vgl. GĂĽnter Bartsch, Die NWO-Bewegung Silvio Gesells 1891 – 1992/93, LĂĽtjenburg 1994, S. 190 – 193. – Werner Onken, NatĂĽrliche Wirtschaftsordnung während des Kalten Krieges (in Vorbereitung).

64   Walter MorĂ©, Deutschland – wohin? / Die französische Revolution und wir  / Die gefährdete Demokratie /  Polen – seine Geschichte und sein Verhältnis zu Deutschland /  Völkerrecht in der Gegenwart  und weitere Aufsätze in den Jahrgängen 1957 – 1960 der FSU-Informationen.

65   Georg Otto, Wie leben die Araber in Israel?, in: Telos – Die Welt von Morgen Nr. 1/1965, S. 20 – 22 (Teil 1) und Nr. 3/1965, S. 86 – 89 (Teil 2). – Georg Otto, Friedensplan fĂĽr den Nahen Osten – eine Utopie?, in: Telos – Die Welt von Morgen Nr. 7/1965, S. 235 – 237.  - Zum arabischen Sozialismus vgl. Bassam Tibi, Die arabische Linke, Frankfurt 1969, und die Website
http://de.wikipedia.org/wiki/Islamischer_Sozialismus

66   Werner Zimmermann, Gedanken zum nahöstlichen Konflikt, in: Fragen der Freiheit – Schriftenreihe des Seminars fĂĽr freiheitliche Ordnung Nr. 60-61/1967, S. 31 – 33.     

67   Felix Binn, Keynes passe? – Vivat Friedman?, in: Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie 33. Folge / 1977, S. 18 (Friedman als „jĂĽdischer US-BĂĽrger“). – Ders., Konsequenter Monetarismus, in: 32. Folge / 1976, S. 14 (Bezugnahme auf die sog. Protokolle der Weisen von Zion). – Ders., Rezension zu Eustance Mullins „Die Bankiersverschwörung“, in: Folge 53 / 1982, S. 29. – 1986 kam Felix Binn bei einem Unfall ums Leben.

68   Roland Geitmann war an der FH fĂĽr kommunale Verwaltung in Kehl/Rhein tätig. Vgl. seine Aufsätze: Bibel, Kirchen, Zinswirtschaft, in: Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie 80. Folge/1989, S. 17 – 24  http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_3/basisinfo_3.html; Bibel, Kirchen, Bodeneigentum, in: Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie 112. Folge/1997, S. 11 – 21 http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_4/basisinfo_4.html;
Natürliche Wirtschaftsordnung und Judentum, in: Zeitschrift für Sozialökonomie 106. Folge/1995, S. 33 – 40 http://www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_5/basisinfo_5.html sowie Natürliche Wirtschaftsordnung und Islam //www.sozialoekonomie.info/BasisInformation/BasisInfo_6/basisinfo_6.html
Vgl. außerdem Werner Onken, Anne Frank und ihr Tagebuch, in: CGW-Rundbrief Nr.1/2003, S. 1 – 3.

69   Gerhard Senft war damals Assistent an der Wirtschaftsuniversität Wien, wo er mittlerweile als Professor fĂĽr Wirtschaftsgeschichte und ökonomische Ideengeschichte tätig ist. Vgl. seinen Aufsatz ,Antikapitalismus von rechts? – Eine Abrechnung mit Gottfried Feders „Brechung der Zinsknechtschaft“, in: Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie 106. Folge / 1995, S. 18 – 32. -  Vgl. auĂźerdem Distanzierungen von Werner Onken gegenĂĽber rechten Autoren wie Pierre Krebs „Das unvergängliche Erbe“ und Eberhard BeiĂźwenger „Freie, sittlich gestaltete Wirtschaft“, in: Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie 56. Folge/1983, S. 28 – 30, und 59. Folge / 1983, S. 46 – 47, sowie zahlreiche weitere Ă„uĂźerungen von Werner Onken in Vorworten und Rezensionen in der Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie.

70 Bernard A. Lietaer, Das Geld der Zukunft, München 1999, S. 208 – 209 und 275. Zu Professor Lietaer vgl.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_A._Lietaer

71 Karl Walker, Das Buchgeld, Heidelberg-Ziegelhausen 1951. - Herbert K.R. Müller, Währung und Wirtschaftsschicksal, Bad Godesberg 1959. – Helmut Creutz, Geldschöpfung durch Geschäftsbanken – Theorie oder Wirklichkeit?, in: Zeitschrift für Sozialökonomie 108. Folge / 1996, S. 22 - 42. Vgl auch die Beiträge von Thomas Betz, Helmut Creutz, Ralf Becker, Dirk Löhr und Christopher Mensching in der Zeitschrift für Sozialökonomie 147. Folge/2006, von Gerhard Senft über Heinrich Färber und von Claude Million. - Vgl. hierzu die Kritik von Helmut Creutz an der These, wonach sich „Banken an Leitzinssenkungen und billigen Notenbankkrediten bereichern“ würden, in: Die 29 Irrtümer rund ums Geld, München 2004, S. 236 – 246.

72 Vgl. Thomas Schmidt (Hg.), Macht der Banken – eine Tagung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 4.5.1995 in Frankfurt. Electronic edition Bonn, FES Library, 1999. http://www.fes.de/fulltext/fo-wirtschaft/00366toc.htm - Gregor Brendel, Zur Macht der Banken in Deutschland – Eine empirisch-historische Untersuchung, Münster 2001.

73 Helmut Creutz, Das Geldsyndrom. MĂĽnchen 5. Auflage 2001, S. 90.

74 Eine Ausnahme bildete das von Wilfried Deiss in Zusammenarbeit mit Helmut Creutz erarbeitete Papier „Was macht die Bank mit ihrem Geld?“, auf der Website:
http://www.ippnw-hamburg.de/was-macht-die-bank-mit-ihrem-geld-deiss-siegen-ippnw-1997.html

75 Fritz Andres, Zur Zukunft der Unternehmensverfassung – Wirkungen verbesserter gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen, in: Fragen der Freiheit Nr. 250/1999, S. 17 – 47, bes. S. 35 - 39. – Ders., Geldreform und Unternehmensverfassung, in: Zeitschrift für Sozialökonomie 145. Folge / 2005, S. 32 – 34.

76 Vogt promovierte am Steinheim-Institut für Jüdische Studien an der Universität Duisburg mit einer Arbeit über Franz Oppenheimer und den Einfluss des Liberalsozialismus auf die Soziale Marktwirtschaft: Franz Oppenheimer - Wissenschaft und Ethik der sozialen Marktwirtschaft, Bodenheim 1997. Vgl. seinen Aufsatz: Bodeneigentum, Siedlung und sozio-ökonomische Entwicklung in Palästina/Israel, in: Zeitschrift für Sozialökonomie 112. Folge/1997, S. 22 – 29 (Teil 1) und 114. Folge/1997, S. 25 – 33 (Teil 2).

77   Thomas Ruster ist als Professor fĂĽr katholische Theologie an der Universität Dortmund tätig. Vgl. seinen Beitrag zu: Der verwechselbare Gott. EinfĂĽhrung zu: Felix Senn (Hg.), Welcher Gott? – Eine Disputation mit Thomas Ruster, Luzern 2004, S. 23. – Vgl. auĂźerdem Thomas Ruster, Von Menschen, Mächten und Gewalten: Eine Himmelslehre, Mainz 2005. – Thomas Ruster, Die Austreibung des Dämonischen aus der Wirtschaft: Mit Tora und Talmud gegen automatisierte Funktionssysteme, in: Hans Georg Nutzinger (Hg.), Gerechtigkeit in der Wirtschaft – Quadratur des Kreises?, Marburg 2006, S. 147 – 172.  – Zur Rezeption des biblisch-kanonischen Zinsverbots in der neueren Antisemitismusforschung vgl. Klaus Werner, Das israelitische Zinsverbot – Seine Grundlagen in Torah, Mischnah und Talmud, sowie Karel Hanke-Wehrle, Zins und Wucher – kein Thema fĂĽr die theologische Ethik der Gegenwart?, in: Johannes Heil und Bernd Wacker (Hg.), Shylock? – Zinsverbot und Geldverleih in jĂĽdischer und christlicher Tradition, MĂĽnchen 1997, S. 11 – 20 und 281 – 301. -  Vgl. auĂźerdem Eberhard Klingenberg, Das israelitische Zinsverbot in Torah, Mischnah und Talmud, MĂĽnchen 1977. – Zum Antisemitismus bei Martin Luther vgl. Ernst Ludwig Ehrlich, Luther und die Juden, in: Herbert Strauss und Norbert Kampe (Hg.), Antisemitismus – Von der Judenfeindschaft zum Holocaust, Bonn 1985/1988, S. 47 – 65. -  Der Versuch des Autors aus dem Jahr 2000, einen Dialog mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland anzuknĂĽpfen (vgl. den CGW-Rundbrief vom Dezember 2000, S. 9), blieb leider unbeantwortet.

78   Fritz Andres, Anmerkungen zu einigen Aspekten einer Wassergemeinschaft zwischen Israel und den Palästinensern (unveröffentlichtes Manuskript; erscheint in der 153. Folge / Juni 2007 der Zeitschrift fĂĽr Sozialökonomie).

79 Jakob Tanner, „Bankenmacht“: politischer Popanz, antisemitischer Stereotyp oder analytische Kategorie?, in: Zeitschrift fĂĽr Unternehmensgeschichte 43. Jg. / 1998, S. 19 – 34. - Vgl. auch Thomas Assheuer und Hans Sarkowicz, Rechtsradikale in Deutschland  - Die alte und die neue Rechte. MĂĽnchen 1990. -  Armin Pfahl-Traughber, Rechtsextremismus in der Bundesrepublik, MĂĽnchen 1999.

80 Vgl. die von Tanner (Anm. 32) aufgefĂĽhrten Veröffentlichungen von Max Weber, Soziologische Grundbegriffe, TĂĽbingen 1984, S. 89. - Hannah Arendt, Macht und Gewalt, MĂĽnchen-ZĂĽrich 1970, S. 55. -Niklas Luhmann, Macht, Stuttgart 1975, S. 90. - Helmut Arndt, Wirtschaftliche Macht – Tatsachen und Theorien, MĂĽnchen 1980. - Horst Albach, Finanzkraft und Marktbeherrschung, TĂĽbingen 1981. - Francois Perroux, Wirtschaft und Macht, Bern-Stuttgart 1983, S. 25.   

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